MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

Medizin im Alter: Therapie koordinieren

Um ältere Menschen optimal zu behandeln, haben wir in unserer Klinik verschiedene Instanzen und Arbeitsweisen installiert. Dabei haben wir, neben der akuten Erkrankung, stets im Blick: Wie kann das Leben nach dem Klinikaufenthalt weitergehen?

Patienten interdisziplinär behandeln

Da ältere Menschen oft mehrere Erkrankungen haben, arbeiten wir eng mit den Experten anderer Kliniken zusammen. Zum Beispiele betreuen Chirurgen, Anästhesisten, Internisten und Geriater die Patienten von Anfang an im Team. Damit

  • nutzen wir sämtliche diagnostischen und therapeutischen Kompetenzen unserer einzelnen Kliniken und
  • ergänzen sie gleichzeitig mit der hochspezialisierten Altersmedizin.

Auch in den Visiten arbeiten wir zusammen. Beispiel: Wenn Sie wegen eines operativen Eingriffs auf einer chirurgischen Station liegen, kommen neben den Operateuren die Ärzte aus der Geriatrie oder der Inneren Abteilung zum Gespräch an Ihr Krankenbett.

In unserer wöchentlichen Therapeutenkonferenz besprechen

  • behandelnde Ärzte,
  • Pflegekräfte,
  • Therapeuten
  • Mitarbeiter des Sozialdienstes

alle gemeinsam, welche Fortschritte jeder Patienten gemacht hat und was die nächsten Therapieziele sind. Auch die Entlassung ist Thema auf der Konferenz.

Frühe Mobilisation

Die Maxime unserer Klinik lautet: BED IS BAD. („Bett ist schlecht“). Unsere Patienten verlassen so schnell wie möglich das Krankenbett.

Dabei arbeiten Sie bei Bedarf z. B. zusammen mit

  • Krankengymnasten
  • Physio- und Ergotherapeuten
  • Logopäden

Das Ziel ist

  • körperliche Beweglichkeit wiederzugewinnen,
  • geistige Leistungseinbußen wettzumachen,
  • Sprach- oder Sprechstörungen zu verbessern.

Mit Übungen trainieren die älteren Menschen, Kraft, Ausdauer und Koordination und verbessern das Gedächtnis, die Konzentration und die kommunikativen Fähigkeiten. Gleichzeitig „üben“ sie den Alltag: Bücken, Aufstehen, Treppen steigen, An- und Ausziehen. Die „Hilfe zur Selbsthilfe“ bestimmt unser Pflegekonzept.

Vorbeugung: Neue Erkrankungen vermeiden

Wir behandeln nicht nur Ihre akute Erkrankung. Wir fragen auch, welche Ursachen dazu geführt haben, möchten die Krankheit sozusagen „an der Wurzel“ packen.

Beispiel: Ältere Menschen stürzen häufig. Wir werden versuchen, den Grund für den Sturz zu finden – denn manchmal verbergen sich dahinter Erkrankungen wie Durchblutungs- oder Herzrhythmusstörungen, ein niedriger Blutdruck oder neurologische Erkrankungen (z. B. Alzheimer- oder die Parkinson-
Erkrankung).

Kennen wir den Grund, können wir (be)handeln – z. B. mit Medikamenten. Oder wir schauen uns das häusliche Umfeld an: Wo sind Stolperfallen? Stolperfallen erkennen: Zum Beispiel Teppichkanten oder schlechte Beleuchtung können zum Sturz führen. Manchmal reicht eine kleine Veränderung im Wohnumfeld, um es sicherer zu machen. In anderen Fällen fehlt die Konzentration und oder eine ausreichende Koordination. Kraft- und Koordinierungsübungen tragen dazu bei, wieder einen „sicheren Tritt“ zu bekommen.

Die Entlassung planen

Wir beginnen früh damit, die Entlassung zu planen, und organisieren während Ihres Klinikaufenthaltes, was Sie zu Hause benötigen. Beispiele sind Hilfsmittel wie ein Toilettenstuhl oder ein Pflegebett.

Denn wir wissen: Sie genesen schneller, wenn Sie sich um die Zeit nach der Entlassung nicht sorgen müssen.

Der Sozialdienst/die Pflegeüberleitung übernehmen das Management der Entlassung und steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Auch planen sie nicht nur für eine reibungslose Entlassung, sondern sorgen ebenfalls für die Pflegeüberleitung. Das Ziel ist: Den Krankenhausaufenthalt und die nachstationäre Betreuung (ambulante Pflegedienste, Heime oder Betreuungsstellen) bestmöglich zu koordinieren. Wir möchten sicher sein, dass die Qualität der Pflege auch in Ihrem privaten Umfeld gewährleistet ist.


Michael Graw

Entlassmanagement, Sozialdienst
Leitung Sozialdienst, Dipl.-Soziologe

Sixtus-Hospital Haltern am See
Telefon: 02364 104-20875
Telefax: 02364 104-20876

Angehörige einbinden

Oft versorgen Angehörige ältere Menschen nach ihrem Klinikaufenthalt zu Hause weiter. Deshalb binden wir sie von Beginn an in die Betreuung mit ein. Das heißt: Wir schulen die pflegenden Angehörigen direkt am Krankenbett – bereits während des Klinikaufenthalts.

Unser Angebot:

  • Pflegetraining: Am Krankenbett lernen Sie von erfahrenen Pflegekräften, wie Sie Ihren Angehörigen versorgen können (Grundpflege, Lagerung, Vorbeugung). Nach der Entlassung kommt das Fachpersonal zu Ihnen nach Hause und zeigt Ihnen, welche Pflegetechniken sich eignen, und erklärt Ihnen, wie Sie Pflege-Hilfsmittel nutzen können.
  • Pflegekurse: Dort lernen Sie pflegerische Handgriffe und Pflegehilfsmittel kennen. Wir beraten Sie, welche Leistungen der Pflegeversicherung Ihnen zustehen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie einer Überlastung vorbeugen können.
  • Schulung für den Umgang von Menschen mit Demenz: Die Schulung hat zwei Ziele: 1. Sie erfahren, wie ein an Demenz erkrankte Mensch seine Welt wahrnimmt. 2. Sie erhalten Alltagshilfen.

Einmal im Monat findet unserer Demenzcafé in Herten statt: Pflegende Angehörige können sich dort austauschen. Zudem informiert das Team des Gertrudis-Hospitals über das Thema Demenz.

Service: Klinikkoffer

Wir haben für Sie einmal aufgelistet, an was Sie denken sollten, wenn Sie Ihren Klinikkoffer packen.


Toilettenartikel

  • Schlafanzug
  • Unterwäsche zum Wechseln
  • Morgenmantel
  • feste Hausschuhe und Sportschuhe
  • Sport- und Freizeitkleidung
  • notwendige Medikamente
  • ggf. Badeanzug oder eine Badehose
  • etwas zur Unterhaltung: Lektüre, Musik oder Spiele
  • Kontaktdaten von Verwandten, Freunden und Bekannten

Unterlagen

  • Krankenversichertenkarte
  • Krankenhauseinweisung
  • Behandlungsunterlagen (Arztbericht, Anschrift Hausarzt)
  • ggf. Röntgenbilder, CT-Bilder und MRT-Bilder (im Original oder auf CD-Rom), einschließlich der Befunde
  • Befundberichte und Entlassungsbriefe aus früheren Behandlungen
  • ggf. Allergie- und Diabetikerpass, Impf-, Blutgruppen und Marcumarausweis

Case Management – den Aufenthalt steuern

Case Management (Unterstützungsmanagement) in der Altersmedizin organisiert für ältere Menschen, was sie benötigen. Es veranlasst

  • Beratung
  • Förderung
  • Versorgung

Ziel ist: höchstmögliche Zufriedenheit für Patienten, Angehörige und nachversorgende Dienstleister zu erreichen.

Wenn Sie Fragen haben zur

  • Aufnahme in die Abteilung für „Medizin im Alter“,
  • zur aktuellen Situation ihres Angehörigen,
  • Entlassung und Weiterversorgung,
  • Kontaktaufnahme zum Sozialdienst,
  • Vermittlung von Angeboten der Familialen Pflege für pflegende Angehörige,

dann stellen Sie sie gerne. Ein Gesprächstermin ist nach persönlicher oder telefonischer Vereinbarung möglich:

Astrid Heich

Diplom Pflegewirtin, Case Managerin DGCC
St. Sixtus-Hospital Haltern am See
Telefon: 02364 104-24900
Telefax: 02364 104-24901