MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

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Kardiologie – (mit) Herz behandeln

Um Erkrankungen des Herzens zu diagnostizieren und zu behandeln, dafür sind die Kardiologen, Spezialisten für das schlagende Organ, zuständig. Diagnostik und Therapie können sein

  • nicht-invasiv (also ohne einen invasiven Eingriff im Körper) oder
  • invasiv, d.h. Diagnostik und Therapie erfordern einen, meist kleinen Eingriff, wobei Kardiologen den Zugang zum Körper meist über große Blutgefäße wählen - wie in der Angiologie.

Angiologisch arbeiten wie ebenfalls - wir diagnostizieren und therapieren die periphere Verschlusskrankheit. Wir stellen Ihnen unsere Arbeitsweise gerne vor.

Elektrokardiogramm (EKG)

Das EKG gehört zu Basisuntersuchungen in der Kardiologie. Ein EKG zeichnet die elektrische Aktivität in Ihrem Herzmuskel auf. Denn: Jedem Herzschlag gehen elektrische Impulse voraus, die das Zusammenziehen des Herzmuskels einleiten und steuern.

Über ein EKG können wir z. B. erkennen:

  • einen Herzinfarkt
  • Herzrhythmusstörungen
  • Überleitungsstörungen
  • Endlos-Loop-Recorder: Mit diesen (unter die Haut eingebrachten) Rekordern können wir bis zu 24-36 Monate Ihre Herzströme aufzeichnen. So erkennen wir Herzrhythmusstörungen, die nur manchmal auftreten.

Es gibt unterschiedliche Arten, ein EKG zu schreiben, z. B.:

  • Ruhe-EKG: Leitet die elektrische Aktivität in Ruhe für eine kurze Zeit ab.
  • Belastungs-EKG: Leitet die elektrische Aktivität unter Belastung ab.
  • Langzeit-EKG: Leitet die elektrische Aktivität über 24 Stunden ab.
  • Telemetrie: 24-Stunden-EKG-Überwachung auf der Station.
  • Endlos-Loop-Recorder: Mit diesen (unter die Haut eingebrachten) Rekordern können wir bis zu 24-36 Monate Ihre Herzströme aufzeichnen. So erkennen wir Herzrhythmusstörungen, die nur manchmal auftreten.

Ultraschall des Herzens

Das Herz lässt sich mit einem Ultraschall untersuchen. Dabei haben wir zwei Möglichkeiten:

Wir können das Herz von außen schallen - dann schauen wir gewissermaßen durch die Brustwand auf das schlagende Herz (transthorakale Echokardiografie). Über eine bestimmte Technik (Doppler- und Farbultraschall) erkennen wir z. B.: Ob sich Ihre Herzwände störungsfrei bewegen, ob Ihre Herzklappen einwandfrei arbeiten, oder ob Sie eine floride Entzündung des Herzens haben.

Zudem ist möglich, diese Ultraschalluntersuchung von der Speiseröhre aus durchzuführen (transoesophageale Echokardiografie). Darüber können wir besonders gut

  • Die Funktion der Herzklappen beurteilen,
  • Entzündungen an den Klappen des Herzens erkennen,
  • Blutgerinnsel im Herzen sehen.

Blutgerinnsel im Herzenssind recht gefährlich, denn sie können einenSchlaganfall verursachen!

Kardiologischer Linksherz-Kathetermessplatz (Herzkatheteruntersuchung)

Mit einer Herzkatheteruntersuchung können wir Veränderungen erkennen, und zwar:

  • der Herzkranzgefäße
  • der Herzklappen
  • des Herzmuskels
  • angeborene Herzfehler

Zeigt sich bei dieser Untersuchung, dass Ihre Herzkranzgefäße verengt oder gar verschlossen sind, intervenieren wir sofort. Das geschieht über:

  • Ballons, die eine Verengung aufdehnen können.
  • Stents, das sind Gefäßstützen, die die Verengung quasi überbrücken.

Solch eine Intervention erspart vielen Patienten einen operativen Eingriff am offenen Herzen (Kardiochirurgie). Auch ein akuter Herzinfarkt wird im Herzkatheterlabor erfolgreich behandelt.

Wenn Sie zu einer planmäßigen Herzkatheteruntersuchung kommen

Sind Sie im St. Elisabeth-Krankenhaus aufgenommen, läuft die Untersuchung so ab:

Aufnahmetag

  • Am Aufnahmetag erhalten Sie alle notwendigen und vorbereitenden Untersuchungen.
  • Ihr behandelnder Kardiologe führt mit Ihnen ein Aufklärungsgespräch. Bei diesem Gespräch beantwort er Ihnen alle Fragen, die Sie vielleicht haben.

Tag der Untersuchung

  • Am Tag der Untersuchung (der darauf folgende Tag) begleitet Ihr behandelnder Arzt Sie auf Ihrem Transport in das Herzkatheterlabor des Marien-Hospitals Marl. Auch die Katheteruntersuchung nimmt dieser, Ihnen vertraute, Kardiologe vor.

Das weitere Vorgehen hängt ab von Ihrem Befund:

  • Benötigen Sie keine Intervention wie eine Ballondilatation, Stent-Implantation oder Ähnliches, kehren Sie direkt zurück in das St. Elisabeth-Krankenhaus.
  • Benötigten Sie eine Intervention wie Gefäßerweiterung mittels Ballon oder Stent, bleiben Sie sicherheitshalber eine Nacht unter EKG-Kontrolle im Marler Krankenhaus. Sie kehren am nächsten Tag ins Dorstener Krankenhaus zurück.

Zur Nachsorge bleiben Sie noch einen Tag in der Klinik.

Die meisten Herzkatheteruntersuchungen können wir über die Handgelenksarterie vornehmen. Dann dürfen Sie direkt nach dem Eingriff wieder aufstehen. Haben Sie den Zugang über die Leiste, müssen Sie bis zu 12 Stunden liegen bleiben.

Bitte bringen Sie zu einer Herzkatheteruntersuchung mit:

  • Eine Liste mit den Medikamenten, die Sie regelmäßig einnehmen.
  • Die Einweisung Ihres behandelnden Arztes.
  • Ihre Vorbefunde, sofern Sie bereits eine Herzoperation oder eine Stent-Implantation hatten.

Bitte beachten Sie:
Marcumar müssen Sie rechtzeitig vor einer Herzkatheteruntersuchung absetzen. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Eventuell sind zur Überbrückung Heparinspritzen nötig.

Nehmen Sie die folgenden blutverdünnenden Medikamente, dann setzen Sie sie nicht ab, sondern nehmen sie weiter wie verordnet:

  • ASS
  • Plavix
  • Iscover
  • Clopidogrel
  • Prasugrel
  • Ticlopidin

Kardiologische Bildgebung (Cardio-MRT und Cardio-CT)

Mit der Computertomografie des Herzens (Cardio-CT) können wir z. B. Verkalkungen der Herzkranzgefäße sehr verlässlich nachweisen. Die Untersuchung findet selbst Koronarkalk in den Frühstadien einer Arteriosklerose - dann, wenn noch gar keine Beschwerden wie Angina pectoris aufgetreten sind.

Das ist wichtig für die Prognose eines Betroffenen. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Hintergrund: Haben Patienten Kalk in den Herzkranzarterien, besitzen sie ein hohes Risiko, in den nächsten drei bis fünf Jahren ein koronares Ereignis zu erleiden wie einen Herzinfarkt, die Notwendigkeit zur Ballondilatation oder Bypass-Operation. Patienten ohne Koronarkalk haben nur ein sehr geringes Risiko.

Haben wir Kalk nachgewiesen, können wir frühzeitig die Behandlung der Risikofaktoren beginnen. Zudem lassen sich mittels des Cardio-CT - unter gewissen Voraussetzungen (Herzfrequenz nicht höher als 60 Schläge pro Minute, keine Herzrhythmusstörungen) - die Herzkranzgefäße so darstellen, dass man Engstellen (Stenosen der Koronararterien) zuverlässig nachweisen kann. Die Strahlenbelastung bei dieser Untersuchung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert und sie ist auch weniger invasiv als eine Katheteruntersuchung.

Mit einer Magnetresonanz-Tomografie (Cardio-MRT) können wir erkennen:

  • angeborene Herzfehler
  • erworbene Gefäßerkrankungen (z. B. Aortenaneurysma, Aortendissektion)
  • erworbene koronare Herzerkrankungen
  • Tumore im Herzen
  • Klappenerkrankungen
  • Durchblutungsstörungen des Herzens
  • Entzündungen der Herzmuskulatur
  • Speichererkrankungen
  • Kardiale Beteiligung einer Amyloidose oder Sarkoidose


Beurteilen können wir:

  • Wie gut die Funktion des rechten und linken Herzens ist
  • wie der Herzmuskel aussieht
  • ob sich die Wände des Herzens gut bewegen (oder z. B. unter Stress gestört sind, als Hinweis auf eine Engstelle der Koronararterien)
  • ob der Herzmuskel vital ist
  • ob Blutgerinnsel vorhanden sind
  • ob eine Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie) oder der Herzhaut (z. B. Perikarditis) vorliegt.

Unsere Klinik für Innere Medizin, Fachbereich Kardiologie und internistische Intensivmedizin verfügt auf dem Gebiet der Cardio-MRT über große diagnostische Kompetenz und jahrelange Erfahrung. Der Chefarzt trägt ein besonderes Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e.V.: Die Zusatzqualifikation Kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) Level II. Er darf selbstständig Kardio-MRT-Untersuchungen durchführen und befunden.

Zusatzqualifikation

Kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) Level II

TAVI (Transkatheter-Aortenklappen-Implantation) bei Aortenklappenstenose


Ist die Aortenklappe im Herzen verengt, kann eine Operation (Austausch) der Klappe helfen. Es gibt auch eine Alternative - vor allem für Patienten mit einem hohen Operationsrisiko, für solche also, die sehr krank und schwach sind. Die "Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI)" ist ein neues und schonenderes Therapieverfahren.

Dabei öffnet der Kardiologe nicht den Brustkorb, er sucht den Zugang zum Herzen über eine große Arterie (meist Leiste). Über diesen Zugang bringt der Arzt eine zusammengefaltete künstliche Herzklappe mittels Herzkatheter an ihren Einsatzort und entfaltet sie dort. Das alles geschieht bei schlagendem Herzen. Die Herz-Lungen-Maschine wird nicht benötigt.

Diese neue alternative Therapie führt ausschließlich der Chefarzt Dr. med. Jan Bernd Böckenförde für unsere Patienten im Rahmen eines Kooperationsvertrages durch. Nach einer kurzen, meist dreitägigen Phase auf der Intensivstation kommen die Patienten in das St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten zurück.


Angiologie – periphere Verschlüsse beseitigen


Angiologisch tätig werden wir Kardiologen in dem Fall, dass Sie unter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit leiden, das sind schwere Durchblutungsstörungen vor allem der Beine. Auch hier kann sich, ähnlich wie bei einem Herzinfarkt, Kalk an den Gefäßinnenseiten ablagern und das Lumen der Gefäße verschließen. Bei einer perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA) gehen wir im Prinzip vor wie am Herzen: Über einen Katheter suchen wir die verengte Stelle auf, dehnen sie und/oder setzen darüber einen Stent, eine Gefäßstütze. Darüber gelingt es uns oft, die Durchblutung in den Beinen wieder herzustellen.