MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

Internistische Intensivmedizin

Die Intensivstation des Marien-Hospital Marl wird interdisziplinär geführt. Hierbei obliegt die Betreuung der operativen Patienten der Klinik für Anästhesie, operativen Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie (Chefärztin Prof. Dr. med. Gertrud Haeseler). Die Internistische Intensivmedizin steht unter kardiologischer Leitung (Leitender Arzt: Dr.Ulrich Böck; Vertreter: Dr. med. Michael Markant), wobei die Behandlung in enger Kooperation mit den anderen entsprechenden Fachabteilungen (Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Klinik für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Nephrologie) erfolgt. Es besteht die volle 24-monatige Weiterbildungsberechtigung für die internistische Intensivmedizin.

Die moderne Intensivmedizin beinhaltet eine besonders umfangreiche Überwachung und Behandlung schwerstkranker Patienten. Gründe für eine intensivmedizinische Behandlung können Störungen der Elementarfunktionen des menschlichen Körpers (z.B. Atmung, Kreislauf, Wasser- und Elektrolytstörungen) und/oder komplexe Krankheitsbilder (Lungenentzündung, Herzinfarkt, Schlaganfall) sowie große operative Eingriffe sein. Die Behandlung dieser kritisch kranken Patienten geht mit einem hohen technisch-apparativen und personellen Aufwand einher, welcher nur auf einer speziellen Intensivstation mit den entsprechenden baulichen und personellen Vorraussetzungen gewährleistet werden kann.

Unsere interdisziplinäre Intensiv- und Überwachungsstation

Mit unserer im April 2007 eröffneten modernisierten interdisziplinären Intensivstation stehen auf 900 qm 11 Betten zur Intensivtherapie und -pflege zur Verfügung. Hier werden Patienten betreut, die aufgrund ihrer Erkrankung einer intensiven Überwachung, Behandlung und Pflege oder aufgrund bereits eingetretener schwerwiegender Organfunktionsstörungen entsprechender Unterstützungsverfahren bedürfen. An die Intensivstation ist eine Überwachungseinheit (IMC) mit 5 Betten angeschlossen. In dieser Überwachungseinheit werden Patienten, z.B. nach einem Eingriff im Herzkatheterlabor vorübergehend überwacht, um mögliche Komplikationen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Behandlungsschwerpunkte

Neben der Behandlung allgemein-internistischer Krankheitsbilder (z.B. Lungenentzündung, Schlaganfall, gastrointestinale Blutungen) werden schwerpunktmäßig Patienten mit akuten Erkrankungen des Herzens betreut. Hierbei steht die Behandlung des Akuten Herzinfarkt an erster Stelle. Diesbezüglich wird eine 24-h-Herzkatheterbereitschaft an sieben Tagen in der Woche durch die Klinik für Kardiologie gewährleistet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Behandlung akuter Nierenfunktionsstörungen mit entsprechender Ersatzverfahren (Blutwäsche durch verschiedene Dialyseverfahren) durch die Abteilung für Nephrologie.

Bei jedem Patienten der Intensivstation/IMC findet zweimal täglich eine interdisziplinäre Visite durch den Chef- und/oder Oberarzt der jeweilig zuständigen Fachabteilung, dem Stationsarzt und der verantwortlichen Bereichspflegekraft statt. Unterstützt wird das Team u.a. durch unsere Physiotherapeuten, Röntgen- und Laborassistenten, die Mitarbeiter des Herzkatheterlabors, der Endoskopie und der Dialyse sowie unserer Seelsorge.

Intensivmedizinische Methoden

Die im Einzelfall sehr technisierte Intensivbehandlung in einer für den Kranken zunächst einmal fremden Umgebung kann von diesem - aber auch für Außenstehenden (z.B. Angehörige) - als bedrohliche "Apparatemedizin" wahrgenommen werden. Mögliche Ängste lassen sich am besten durch Aufklärung über Sinn der angewandten Verfahren beseitigen, wobei die wichtigsten Methoden im Folgenden kurz angesprochen werden sollen:

Überwachung des Patienten ("Monitoring"):

Das EKG, der Blutdruck, die Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur jedes einzelnen Patienten werden kontinuierlich mittels eines Überwachungsmonitors überwacht. Hierdurch kann ein Abweichen dieser lebenswichtigen Werte ("Vitalparameter") unmittelbar erkannt und behandelt werden. Daneben werden - soweit dieses bei einem Patienten medizinisch geboten ist - andere Parameter (z.B. Urinausscheidung, bestimmte Laborparameter) engmaschig kontrolliert.

Beatmung:

Bei einigen Patienten ist es erforderlich, die Atmung mit Hilfe eines Beatmungsgerätes zu unterstützen. Der Patient ist dann über einen Beatmungsschlauch, der in die Luftröhre eingelegt ist, mit dem Gerät verbunden.

Die Atmung kann somit vollständig oder nur teilweise von dem Beatmungsgerät übernommen werden, bis der Patient die Fähigkeit der Eigenatmung wieder erlangt hat. In vielen Fällen kann heute diese Beatmungsform jedoch durch die Beatmung über eine Gesichtsmaske ("nicht-invasive Beatmung") ersetzt werden.

Kreislauftherapie:

Eine adäquate Unterstützung des Kreislaufes setzt eine entsprechende Überwachung (z.B. des Blutdrucks) voraus. In diesen Fällen wird der Blutdruck invasiv, d.h. über einen in die Schlagader eingeführten feinen Schlauch (z.B. am Handgelenk oder in der Leiste) direkt gemessen. Die Kreislaufunterstützung erfolgt zumeist medikamentös, kann aber z.B. bei frischem Herzinfarkt auch mechanisch, z.B. über eine sogenannte Ballonpumpe in der Hauptschlagader erfolgen. Die Kreislauftherapie umfasst im weitesten Sinne auch das Erkennen und die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Bei einem zu langsamen Herzschlag ("bradykarden" Rhythmusstörungen) kann die Herztätigkeit durch Anlage eines Herzschrittmachers - auch kurzfristig - stabilisiert werden.

Medikamentöse Therapie und Infusionstherapie:

Zur Behandlung und Ernährung erhält der Patient Medikamente und Infusionen, die durch einen sogenannten Venenkatheter verabreicht werden. Die benötigten Medikamenten- und Flüssigkeitsgaben werden durch Infusions- und Spritzenpumpen genau gesteuert.

Spezielle Diagnose- und Therapieverfahren

Monitoring:

  • Rhythmus- und Kreislaufüberwachung
  • erweitertes hämodynamisches Monitoring mit der Thermodilutions- und Pulskonturanalyse ("PICCO-System"), bei Bedarf hämodynamisches Monitoring mit Pulmonaliskatheter 

Beatmung:

  • invasive Beatmung
  • nicht-invasive Beatmung

Herz- und Kreislauftherapie:

  • Reanimationsteam mit entsprechender Ausstattung
  • Milde Hypothermie nach kardiopulmonaler Reanimation
  • Anlage temporärer Schrittmacher bei langsamen Herzrhythmusstörungen
  • Intraaortale Gegenpulsation mit Ballonpumpe (in heute nur noch sehr ausgewählten Fällen indiziert)

Nierenersatztherapie:

  • Intermittierende Hämodialye
  • Kontinuierliche veno-venöse Hämofiltration (CVVH)

Pflegerische Leitung der Internistischen Intensivmedizin:
Das Pflegeteam wird von Sascha Koytek geleitet.

Angehörige auf der Intensivstation

Die Familie und nahe stehende Personen sind für den Patienten während der Behandlung auf der Intensivstation sehr wichtig, da hier oftmals Sorgen und Ängste aufgrund der Schwere der Erkrankung im Vordergrund stehen. Angehörige sind auf unserer Intensivstation und Intermediate Care herzlich willkommen, sofern der Patient dies wünscht.


Ihre Ansprechpartner vor Ort:


Dr. med. Ulrich Böck

Leitender Oberarzt und Leiter der Intensivstation, Schwerpunkt Elektrophysiologie
Hypertensiologe DHL

Sascha Koytek

Pflegerische Leitung
Telefon: 02365 911-492

Dr. med. Michael Markant

Leitender Oberarzt und Stellv. Leiter der Intensivstation
Hypertensiologe DHL