MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

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Endokrine Chirurgie– Erkrankungen der Drüsen

Die endokrine Chirurgie diagnostiziert und therapiert Erkrankungen der hormonbildenden Gewebe. Eine Therapie ist oft eine Operation, z. B.:

  • Schilddrüse (z. B. „Kropfoperation“)
  • Nebenschilddrüse
  • Nebenniere

Schilddrüse


Die Schilddrüse ist ein hormonbildendes Organ im Halsbereich. Die Hormone sind für die Stoffwechselfunktion des Körpers wichtig. Bei einer Vergrößerung des Organs verspüren viele Patienten z. B:

  • Schluckstörungen
  • Kloßgefühl im Hals
  • Luftnot

Überfunktion der Schilddrüse

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse bemerkt der Patient z. B. an:

  • vermehrtem Schwitzen
  • Nervosität
  • Gewichtsverlust
  • Durchfälle
  • Haarausfall
  • Wärmeempfindlichkeit
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Zittern der Hände
  • Herzrasen

Ursache dafür ist, dass die Schilddrüse vermehrt Hormone produziert und ausschüttet. Auch können einzelne Knoten („heiße Knoten“) für diese Funktionsstörung verantwortlich sein. Je nach Erkrankung kommt eine medikamentöse oder operative Therapie in Betracht.

Unterfunktion der Schilddrüse

Bei einer Unterfunktion spürt der Patient eventuell

  • vermehrte Müdigkeit,
  • Gewichtszunahme,
  • Kälteintoleranz,
  • eine heisere und tiefere Stimme
  • Zyklusstörungen (bei Frauen).

Operation an der Schilddrüse

Vor einer anstehenden Operation erhalten Sie verschiedene vorbereitende Untersuchungen, z. B.:

  • Blutentnahme (Hormonwerte, evtl. Zusatzuntersuchungen bei speziellen Schilddrüsenerkrankungen)
  • HNO-ärztliche Vorstellung (Beurteilung der Stimmbänder)
  • Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
  • Schilddrüsenszintigrafie 

Die Befunde helfen uns, die Erkrankung genau einordnen zu können.

Welches operative Vorgehen sich eignet, hängt davon ab, ob es sich um einzelne Knoten oder um eine generalisierte Vergrößerung des Organs handelt und ob die Knoten als „heiß“ oder „kalt“ eingestuft werden. Möglichkeiten sind:

  • Einzelne Knoten entfernen.
  • Teile der Schilddrüse entfernen.
  • Die ganze Schilddrüse entfernen (zunehmend häufig um Wiederholungseingriffe zu vermeiden, bei Krebserkrankungen fast immer erforderlich).

Möglich ist, über einen Schnitt am Hals zu arbeiten, manchmal ist auch ein minimalinvasives Vorgehen möglich. Während des Eingriffs überwachen wir die wichtigen Stimmbandnerven über eine elektrische Ableitung (Neuromonitoring).

Vorgehen nach dem Eingriff

Die Wundfäden werden am 3. Tag entfernt, ein HNO-Arzt überprüft erneut die Stimmbandfunktion. Haben wir den feingeweblichen Befund der Schilddrüse erhalten, können Sie am 3. Tag nach OP wieder nach Hause. Unter Umständen müssen Sie Schilddrüsenhormone als Tablette einnehmen.

Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüsen sind hormonbildende Gewebe in der Nähe der Schilddrüse. Sie sind wichtig für den Kalziumstoffwechsel des Körpers. Nebenschilddrüsen können vergrößert sein und eine Überfunktion ausbilden. Oft sind aufgrund ihrer Stoffwechselsituation Dialysepatienten betroffen. Eine vermehrte
Hormonbildung führt zu einer vermehrten Entkalkung der Knochen.

Vor der Operation bestimmen wir das Hormon und den Kalziumwert im Blut. Sie erhalten eine Ultraschall- und HNO-Untersuchung sowie evtl. weitere Zusatzuntersuchungen.

Die Nebenschilddrüsenoperation erfolgt wie die an der Schilddrüse – über einen Schnitt im vorderen Halsbereich. Während der Operation entnehmen wir vergrößerte Nebenschilddrüsen und – je nach Erkrankung – pflanzen den gesunden Teil der Nebenschilddrüse in der Muskulatur des Halses wieder ein.