MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

Kontakt
KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH
Hervester Straße 57
45768 Marl
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Telefax: 02365 911-300
info@kkrn.de

KKRN - Daten und Fakten

Die KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH ist eine der größten Klinikgesellschaften im nördlichen Ruhrgebiet. Wir verfügen über 24 medizinische Fachabteilungen mit ca. 1.000 Klinikbetten und versorgen jährlich mehr als 37.500 stationäre Patientinnen und Patienten. Mit rund 2.650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die „KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH“ zu den größten Arbeitgebern im Kreis Recklinghausen und ist einer der größten regionalen Anbieter bei der Ausbildung qualifizierter Pflegekräfte. An ihren beiden Zentralschulen in Dorsten und Marl bietet sie insgesamt 350 Ausbildungsplätze für den Pflegenachwuchs an. Der Klinikverbund ist akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 

Medizin mit Menschlichkeit; diesem Anspruch fühlen wir uns in allen unseren Häusern verpflichtet. Beste Versorgung und menschliche Zuwendung: das sind die beiden Fundamente, auf denen unsere Krankenhausgesellschaft steht – unabhängig davon, in welchem Krankenhaus des Klinikverbundes Sie behandelt werden, dem Gertrudis-Hospital in Westerholt, dem Marien-Hospital in Marl, dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Dosten oder dem St. Sixtus-Hospital in Haltern am See.

St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten

Die Gründung der öffentlichen Krankenpflege in Dorsten beginnt im April 1843 und schließt mit den Genehmigungen der Stiftung "Kranken-Pflege-Anstalt zur heiligen Elisabeth in Dorsten" durch Bischof und Oberpräsident 1852 ab. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts waren die Pflege und Behandlung von Kranken nicht öffentliche Angelegenheit. Die Behörde hatte keine caritativen Aufgaben: sie traf nur zum Schutz der Allgemeinheit bei ansteckenden Krankheiten, wie Aussatz und Pest, schützende Maßnahmen, betrieb jedoch keine Pflege und Heilung.

Am 29. Oktober 1850 unterzeichnete der Vorstand der Anstalt die ersten Statuten, die in dieser Festschrift an anderer Stelle dargestellt werden. Sie wurden am 05.Februar 1852 durch Bischof Johann Georg von Münster und am 19.April 1852 durch den Oberpräsidenten von Westfalen genehmigt. Damit war der Wunsch, in Dorsten Pflege und Behandlung der Kranken zu organisieren, Wirklichkeit geworden. Die Kranken-Pflege-Anstalt zur Hl. Elisabeth in Dorsten war gegründet.

Die Anfänge

Bereits am 21. Juni 1850 legte Bischof Johann Georg von Münster in großer Feierlichkeit den Grundstein zum alten Krankenhaus, das im Jahre 1854 in Betrieb genommen wurde.

Oberster Grundsatz aller Bestrebungen war die Hinwendung zum kranken Menschen, seine Pflege und Heilung - unentgeltlich oder gegen mäßiges Entgelt - und nicht die Erwirtschaftung von Gewinnen. So steht es in der ersten Satzung. Die Kranken-Pflege-Anstalt zur Hl. Elisabeth in Dorsten war deswegen von Anfang an dringend auf Spenden und freiwillige Gaben von Wohltätern angewiesen. Diese flossen reichlich.

So wurde zum Beispiel durch ein Testament des Dorstener Holzhändlers Henrich Keller, der am 03. August 1883 verstarb, der Anstalt ein Kapital von 3.754 Thalern unter der Bedingung vermacht, dass von den Zinsen des Kapitals zahlungsunfähige Kranke behandelt würden. Damit war der Vorstand gezwungen, das Kapital anzulegen und zu verwalten, andererseits aber auch Buch zu führen über entsprechende Einnahmen und deren Verwendung, insbesondere Verpflegungsgelder. Dies sind die ältesten buchhalterischen Aufzeichnungen des Krankenhauses.

 

Auch in der Folgezeit erhielt die Stiftung von vielen Bürgern unserer Stadt und auch von außerhalb Dorstens, von Privatleuten und Gewerbetreibenden, von Wirtschaftsunternehmen und Bankinstituten immer wieder Spenden und Zuschüsse, vor allen Dingen aber auch Zuwendungen durch letztwillige Verfügungen, ohne die eine Finanzierung des Krankenhausbetriebes nicht möglich gewesen wäre.

In alten Niederschriften des Krankenhauses finden sich Aufzeichnungen darüber, dass Naturalzuwendungen wie Holz, Öl, Stroh, Gemüse, Fleisch und ähnliches von bestimmten Dorstener Familien kontinuierlich über Jahre geschenkt wurden.

Andere stifteten Geld oder setzten sich persönlich bei der Beschaffung von Mitteln für das Dorstener Krankenhaus ein. So ging beispielsweise der damalige Rendant Kaplan Lakow zusammen mit anderen Dorstener Bürgern 7 Jahre lang in Dorsten und den um Dorsten herumliegenden Nachbargemeinden kollektieren.

1856 fanden 90 Patienten Aufnahme aus den eben erwähnten ersten schriftlichen Aufzeichnungen, die anlässlich der Verwendung der erwirtschafteten Zinsen für Krankenpflegezwecke gemacht wurden, ergibt sich, dass im Jahre 1856 im Dorstener Krankenhaus 90 Personen Aufnahme fanden und die Hälfte von Ihnen ganz ohne Entgelt gepflegt wurde. Diese Situation änderte sich erst später mit der sozialen Gesetzgebung. Damit wurden dann aber auch höhere Anforderungen an den Krankenhausbetrieb gestellt.

Der 1. Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Herr Pfarrer Schmitz, war Kuratoriumsvorsitzender von 1850 bis 1865. Mit all seinen Möglichkeiten setzte er sich für die Stiftung ein und schonte auch sein Privatvermögen nicht. Dasselbe gilt für seine Nachfolger, besonders für Herrn Dechant Lorenz.

Trotz der großen Spendenfreudigkeit der Bevölkerung rissen die Sorgen um den Bestand des Krankenhauses nicht ab. Pflege und Heilung der Kranken zu den Bedingungen der Satzung erforderten so hohe Aufwendungen, dass immer wieder finanzielle Schwierigkeiten die Fortführung der Arbeit bedrohten. Das Satzungsbuch des Jahres 1864 bezeugt dies beispielhaft. Es berichtet von einer Vorstandssitzung, in der der Beschluss gefasst wurde, den Herzog von Arenberg darum zu bitten, aufgelaufene Zinsen eines Darlehns niederzuschlagen. In der selben Sitzung wird aber auch der Beschluss über die Ermäßigung einer Pflegekostenrechnung sowie über Beibehaltung der bisherigen medizinischen Versorgung gefasst.


Die Entwicklung des Krankenhauses, seiner medizinischen Einrichtungen und seiner Belegung weist den großen Bedarf an einer solchen Einrichtung nach.

Grundsteinlegung

  • 1850 Der Baukörper, zu dem Bischof Johann Georg von Münster am 21. Juni 1850 den Grundstein gelegt hatte, beinhaltete neben dem Treppenhaus und der über dem Eingang liegenden kleinen Kapelle insgesamt 8 Zimmer.
  • Bereits 1870 wurde zu beiden Seiten hin aufgebaut.
  • 1898 bis 1900 errichtete man den rechten Flügel am Westwall.
  • 1903, nach dem Bau der Krankenhauskapelle, schenkte Dechant Lorenz dem Krankenhaus das Waschhaus mit voller Einrichtung.
  • In den Jahren 1911 bis 1913 entstand der linke Flügel des Krankenhauses einschließlich der Bäderabteilung. In diesem Teil erfolgte später die Einrichtung der Kinderstation, der Station für Augenkranke und die Schaffung der Tuberkulosestation.
  • 1911 wurde nördlich des linken Flügels die Isolierstation geschaffen, die später 1926 erweitert wurde. In diesem Jahr erhielt das Krankenhaus seine Küche im Innenhof.
  • 1927 bis 1928 erfolgte der Ausbau des Flügels am Westwall.
  • In demselben Jahr wurde das Leichenhaus mit Sezierraum errichtet.
  • Im Jahre 1928 kaufte die Stiftung den sogenannten Beisenbusch-Hof, die Kernzelle des Geländes, auf dem der Krankenhausneubau nunmehr errichtet worden ist.

Wiederaufbau des Krankenhauses

Am 22. März 1945 wurde das Krankenhaus in weiten Bereichen durch Bombenangriffe zerstört. Bis zu diesem Tag war das Haus weitgehend verschont worden; es hatte bei niedergehenden Bomben fast nur Glasschaden gegeben. Drei Angriffswellen von Fliegern kamen über Dorsten. Der dritte Angriff gegen 14.30 Uhr brachte das Unheil. Er dauerte 23 Minuten. Mehrere Bomben schlugen ein und legten weite Teile des Krankenhauses in Schutt und Asche.

Der Krankenhausbetrieb ist bei allem nie unterbrochen worden. Am 31. Dezember 1945 zählte das Haus 6 Ärzte, 36 Schwestern, 36 Angestellte und 147 Kranke. Not und Zerstörung waren groß. Doch schon bald nach dem Einrücken der Amerikaner und dem Kriegsende begann der Wiederaufbau. Der folgende Überblick zeigt die wesentlichen nach 1945 durchgeführten Maßnahmen:

1945

Wiederaufbau der durch Bomben beschädigten Teile des Krankenhauses (Schadenssumme: 244.140,00 RM)

1946

Bau des Waschhauses mit Räumen für Mitarbeiter

1947

Bau des Leichenhauses, Ausbau des Dachgeschosses

1948

Wiederaufbau des Krankenhaushofs (Beisenbusch - Hof)

1952/53

Neubau des Isolierhauses

1954

Ausbau der Badeabteilung

1955/56

Aufstockung der Abt. Frauenpflege mit Klausur, Erweiterung des Kesselhauses

1956

Einrichtung der Krankenpflegeschule im Haus Gahlener Str. 6 (Kauf des Hauses 1954) mit 25 Plätzen

1956/57

Bau eines Wohnhauses mit Gärtnerei

1957

Anbau im Bereich der Männer- und Kinderstation

1958/60

Anbau des med.-techn. Teils mit Kapelle

1960

Ankauf eines angrenzenden Grundstücks mit Wohnhaus

1961

Ankauf eines weiteren Grundstücks mit Wohnhaus "Am Schölzbach 84"

1961/62

Umbau des 1960 gekauften Hauses zum Schwesternwohnheim

1962

Neubau des Waschhauses

1965

Neubau der Wohnung des Landwirtschaftsverwalters

1966

Neubau des Personalwohnheims

1972/74

Neubau der Krankenpflegeschule und des Schülerinnenwohnheims

1974

Neubau der Cafeteria

In den Jahren 1980 - 82 erfolgte dann schließlich noch der Umbau der modernen chirurgischen Ambulanz für über 4 Mio. Deutsche Mark.

Ringen um den Neubau

1970 wurde im Kuratorium des Krankenhauses beschlossen, einen Antrag bei der Landesregierung auf einen Krankenhausneubau zu stellen. Am 20.05.1975 wurde aus finanziellen Gründen dieser Antrag von dem Regierungspräsidenten in Münster abgelehnt.

Am 09.07.1982 beauftragte das Kuratorium Herrn Prof. Ludes mit einer Voruntersuchung über "kostensparendes Bauen beim Krankenhaus", die 1983 dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW mit der Bitte um Erteilung eines Forschungsauftrages vorgelegt wurde. Aus dieser Untersuchung ging eine 20%ige Kostenersparnis hervor.
Am 12.03.1984 wird von dem Landesministerium, dem Regierungspräsidenten, dem Architekten Prof. Ludes und dem Krankenhausträger die innere Struktur des Neubaus festgelegt und besprochen, dass die Forschung über "kostensparendes Bauen" am Modell Dorsten durchgeführt werden darf und zwar entsprechend dem Krankenhausbedarfsplan des Landes NRW. Am 24.11.1984 erteilte das Ministerium NRW die Planfreigabe, 1985 wird der Ersatzneubau in das Jahresbauprogramm Nordrhein - Westfalen aufgenommen.

Am 03.03.1989 erfolgte der Umzug in das neue Krankenhaus und im Oktober 1989 konnten unsere Schwestern ihr neues Ordenshaus beziehen.

Prägende Veränderungen

Zahlreiche An- und Neubauten sowie Veränderungen in der medizinischen Angebotspalette des Hauses haben das Gesicht des St. Elisabeth-Krankenhauses immer wieder verändert. Aus der Fülle an Neuerungen seien hier nur die wichtigsten aus der jüngsten Vergangenheit aufgeführt:

  • September 2006: Fertigstellung der Um- und Ausbauten der Krankenpflegeschule
  • August 2008: Einrichtung der Pflegestation SPES VIVA
  • Oktober 2008: Einweihung des Gesundheitszentrums mit Ärztehaus, Zentraler Aufnahme und OP-Abteilung (ambulant)
  • Januar 2009: Gründung der Krankenhausholding KKRN - Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH mit den Krankenhäusern: Gertrudis-Hospital Westerholt, Marien-Hospital Marl, St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten und St. Sixtus-Hospital Haltern am See
  • 2010: Aus der Holding KKRN wird die Krankenhausgesellschaft KKRN



St. Sixtus-Hospital Haltern am See

Die Geschichte des St. Sixtus-Hospitals beginnt am 25. Februar 1857. In diesem Jahr wurde das neu eingerichtete, nach dem Patron der Pfarrkirche benannte Krankenhaus eingeweiht und zwei Schwestern aus dem Mutterhaus der Franziskanerinnen in Münster eingeführt.

Wie alles begann

Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann man bereits mit einem Krankenhausneubau an der Sixtusstraße, da das ältere Gebäude im Laufe der Zeit den wachsenden Bedürfnissen der Gemeinde nicht standhalten konnte. In den Jahren 1912 bis 1914 wurde weiter angebaut und in den Jahren 1934 bis 1935 schloss sich ein zweiter Anbau an. Während zur Zeit des ersten Anbaus 52 Betten zur Verfügung standen, umfasste das St. Sixtus-Hospital 1943 bereits 165 Krankenbetten.

Kontinuierlicher Ausbau 

Von 1952 bis 1956 wurde ein viergeschossiger Neubautrakt an das vorhandene Gebäude angefügt. Am 27. November 1964 legte die Kath. Kirchengemeinde St. Sixtus den Grundstein für einen weiteren Bettenflügel mit 145 Betten, der am 22. Juli 1967 eingeweiht wurde. 1969 war das Schwestern- und Personalwohnheim fertig. Am 31. Mai 1975 folgte die Fertigstellung des Behandlungstraktes mit den neuen Operations- und Behandlungsräumen. 1977 schlossen sich der Neubau einer Parkplatzanlage und der Ausbau der alten Küche zum Refektorium für die Ordensschwestern an. Aufgrund der ständig steigenden Zahl der Operationen erfolgte 1989 ein weiterer Aus- und Umbau der Operationsabteilung. Gleichzeitig stockte man den Behandlungstrakt um ein weiteres Geschoss auf. Hier wurden Anfang 1995 die neue Intensivstation sowie die Räume des ärztlichen Dienstes der Kardiologie und Anästhesie in Betrieb genommen. Im Sommer 2001 konnte nach rund 18-monatiger Bauzeit der Neubau mit 48 Betten und eine neue Liegendkrankenanfahrt in Betrieb genommen werden. Im Untergeschoss dieses Neubaus befindet sich die Physikalische Therapie mit einem modernen Bewegungs- und Therapiebecken. Den vorläufigen Abschluss der Baumaßnahmen feierte das St. Sixtus-Hospital im Oktober 2006: Der neue Trakt, der die beiden Gebäudeteile von Alt- und Neubau miteinander verbindet, wurde seiner Bestimmung übergeben. Am 25. Februar 2007 beging das St. Sixtus-Hospital sein 150jähriges Jubiläum.

 

 

Strategische Partnerschaft

Zum 1. Januar 1999 trat das St. Sixtus-Hospital der Trägergesellschaft der Katholischen Kliniken Marl/Westerholt GmbH bei. Unter dem erweiterten Namen "Katholische Kliniken Haltern/Marl/Westerholt GmbH" firmierten fortan die drei Krankenhäuser: St. Sixtus-Hospital in Haltern, Marien-Hospital in Marl und Gertrudis-Hospital in Herten-Westerholt. Im Jahre 2009 wurde aus dem Trio ein Quartett: Gemeinsam mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten verschmolzen die Häuser zur KKRN - Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH.


Marien-Hospital Marl

Erste Überlegungen zum Bau eines neuen Krankenhauses reichen bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück.

Bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts reichen die ältesten Pläne der Marler Gemeinde St. Georg zum Bau eines Krankenhauses zurück. Die Ansiedlung von Bergwerken in der Region hatte demographisch nämlich ein rapides Bevölkerungswachstum zur Folge, das die Einrichtung eines Hospitals wünschenswert machte. Im Jahre 1922 nahm die Vision konkrete Gestalt an: Die Gemeinde begann mit dem ersten Bauabschnitt. Die Inflation jedoch, die in den 1920er Jahren über Deutschland hereinbrach, bedeutete für die Krankenhaus-Pläne das vorläufige Aus. Bis zur Kellerdecke war man im Oktober 1923 gekommen –  dann musste das Krankenhaus-Projekt vorerst auf Eis gelegt werden.

Bereits einige Jahr später wurden neue Entwürfe vorgelegt, doch die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre und der Zweite Weltkrieg zerstörten die Hoffnung auf eine schnelle Wiederaufnahme des Bauprojektes. Erst in den 1950er Jahren konnte dann der Traum der Gemeinde St. Georg Wirklichkeit werden. Ausschlaggebend bei der Entscheidung für das Krankenhaus war nicht zuletzt eine wissenschaftliche Studie der Universität Münster über die Fortentwicklung der Stadt Marl. Dieser Bericht empfahl, aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl ein weiteres Krankenhaus neben der städtischen Paracelsus-Klinik zu errichten. Die Grundsteinlegung für das Marien-Hospital erfolgte dann im Jahre 1957. Und schon vier Jahre später, am 9. Oktober 1961, konnte das neue Krankenhaus feierlich eingeweiht werden. Die  Marler Presse lobte das Haus als „eine der modernsten Krankenanstalten der Bundesrepublik“ und vermeldete, dass „die gesamte deutsche Presse mit Bilderfolgen und Sonderberichten aus Marl ausführlich über dieses Krankenhaus berichtet“.

Der damalige Bischof von Münster, Dr. Michael Keller, ein großer Förderer des Bauprojekts, sagte anlässlich der Eröffnung: „Der Sorge um den Menschen verdankt auch das Marien-Hospital seine Entstehung. Es soll ein im besten Sinne modernes Krankenhaus werden, ausgestattet mit all den Errungenschaften der modernen Technik. Diese technische Vollkommenheit soll aber nicht Selbstzweck sein. (...) In diesem Haus soll der Geist helfender, sorgender und hingebender Liebe, der Geist christlicher Barmherzigkeit allzeit lebendig sein.“ Der Bischof von Münster war es auch, der sich mit Baubeginn an die „Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens“ in Nette bei Osnabrück wandte. Sie sollten die Krankenpflege in dem neu errichteten Haus übernehmen. Die Ordensleitung willigte ein und ließ eigens für diese neue Herausforderung viele Schwestern in der Krankenpflege ausbilden. Im April 1961 trafen dann die ersten Schwestern in Marl ein. Ihre Zahl stieg in den folgenden Monaten auf 48 an.

Bau auf dem neuesten Stand der Technik

Schon vor den Schwestern war Herbert Grüneberg in Marl eingetroffen. Auf Bitte des bischöflichen Baubüros in Münster betreute er seit August 1958 als bauleitender Monteur die  Elektroinstallationen des Hauses. In der Woche lebte er in Marl, am Wochenende ging es wieder Richtung Münster zurück. Damals sah er noch nicht voraus, dass er Anfang ‘61 mit seiner Familie das Münsterland gegen das Ruhrgebiet eintauschen würde. Doch als das Krankenhaus ihm die Stelle als technischer Leiter anbot, wollte er dieses interessante Angebot nicht ausschlagen. Zudem war ihm die Stadt langsam ans Herz gewachsen. „Anfangs haben mich alle für verrückt gehalten und mich gefragt: Was willst Du in der Provinz, die noch nicht einmal einen Bahnanschluss hat?“, erinnert sich Grüneberg an die Reaktion seiner Freunde und Bekannten. Doch bereut hat er den Entschluss nie. Rückblickend lobt er vor allem die hervorragende Planung des Baus. „Das Bau-Team hatte sich im Vorfeld der Planung andere Häuser angesehen. So konnten wir immer genau das bauen, was zu der damaligen Zeit Stand der Technik war.“

 

Dank des unermüdlichen Einsatzes aller Beteiligten – zeitweise waren bis zu 300 Personen auf der Baustelle – und sanften Drucks seitens des bischöflichen Bauamtes konnte das neue Krankenhaus pünktlich am 9. Oktober 1961 eingeweiht werden. Der erste ambulante Patient kam übrigens schon 14 Tage vor der Eröffnung zur Behandlung: Es war der Bäcker des Krankenhauses, dessen Finger vereitert war.

Prägende Veränderungen in den vergangenen 50 Jahren

In den vergangenen 50 Jahren ist das Krankenhaus durch zahlreiche An- und Umbauten beständig erweitert worden. Auch die medizinische Angebotsstruktur änderte sich. Um nur die jüngsten Neuerungen zu nennen: Im Jahre 2004 gab das Haus seine Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe auf. Dafür bekam die Klinik im selben Jahr den Zuschlag für die Hauptfach-abteilung Kardiologie. Seit 2009 hat das Marler Krankenhaus außerdem den Schwerpunkt Unfallchirurgie/Orthopädie in seinem Haus etabliert. Seit dem vergangenen Jahr kommt im Marien-Hospital der neue „da Vinci“ zum Einsatz. Dieses computergestützte OP-System gilt als ein Meilenstein in der modernen Chirurgie und wird im Marler Krankenhaus von Urologen und Chirurgen genutzt. Pünktlich zum Jubiläum wurde auch der neue OP-Trakt fertig gestellt: Jetzt verfügt das Marien-Hospital über sechs neue OP-Säle, die zu den modernsten in Deutschland zählen. Zugleich wurden ein neuer Aufwachraum und ein innenliegender Aufzug, der die auf zwei Etagen liegenden OP-Säle miteinander verbindet, in Betrieb genommen. Den Weg in die Zukunft geht die Klinik inzwischn nicht mehr allein. Im Jahre 1997 fusionierte das Marien-Hospital zunächst mit dem Gertrudis-Hospital Herten-Westerholt. Im Jahre 1999 trat als drittes Krankenhaus das St. Sixtus-Hospital Haltern am See dem Klinikverbund bei. Im Jahre 2009 wurde aus dem Trio ein Quartett: Gemeinsam mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten verschmolzen die vier Häuser zur KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH. Das Marien-Hospital verfügt heute über 293 Betten und bietet die Fachabteilungen Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin, Kardiologie, Urologie, Nephrologie und Dialyse an.

Von 1961 bis 2010 wurden rund 413.000 Menschen im Marien-Hospital stationär und 833.170 ambulant behandelt. Die Verweildauer im Krankenhaus verkürzte sich in dieser Zeit um die Hälfte – von rund 18 Tagen Anfang der 1960er Jahr auf knapp 7,67 im Jahre 2010. Bei der Eröffnung beschäftigte das Krankenhaus 257 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute arbeiten hier rund 600 Menschen, einschließlich aller Teilzeitbeschäftigten.

Die wichtigsten Veränderungen der jüngsten Vergangenheit im Überblick

2001Anschaffung des ersten Herzkathetermessplatzes
2004Zweigeschossiger Anbau für die Einrichtung der neuen Zentralen Aufnahme und die Neugestaltung der Dialyseräume  


Gertrudis-Hospital Westerholt

Dass in Westerholt ein Krankenhaus gebaut werden konnte, ist einer einzigen Frau zu verdanken: Gertrud Kleinherne. Als sie im Jahre 1904 starb, vermachte sie in ihrem Testament den größten Anteil ihres Vermögens der Gemeinde mit der Auflage, ein Krankenhaus zu bauen. Es sollte ihren Namen tragen: Gertrudis-Hospital.

Nachdem im Jahre 1912 Westerholt ein selbständiges Amt geworden war, begann man mit dem Bau des Krankenhauses. Erster Baukörper war der Gebäudeteil, in dem heute die geriatrischen Stationen untergebracht sind. Im Jahre 1915 war das Haus bezugsfertig.

Im gleichen Jahr kamen auch die ersten Ordensschwestern ins Haus. Es waren Schwestern vom Orden der Barmherzigkeit, deren deutsches Mutterhaus in Heiligenstadt im Eichsfeld stand und die sich darum später "Heiligenstädter Schulschwestern" nannten. Heute nennt sich der Orden nach seiner Gründerin "Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel". Im Jahre 1958 übernahmen die Ordensschwestern das Haus in eigener Trägerschaft.

Krankenhaus diente als Lazarett

Das Hospital wurde - wie damals üblich -zunächst als Belegkrankenhaus geführt. Niedergelassene Ärzte aus Westerholt und Umgebung behandelten hier stationär ihre Patienten. Während der Weltkriege diente das Krankenhaus als Lazarett, im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt. Der nächste Bauabschnitt fällt in das Jahr 1970: Ein neues Gebäude, das heutige Haupthaus, wurde errichtet. Hier wurden die Innere und die Chirurgische Abteilung sowie die Krankenhausverwaltung untergebracht.

 

Gleichzeitig wandelte man das Krankenhaus um: Aus dem Beleghaus wurde ein Krankenhaus mit zwei Vollabteilungen - der Inneren Medizin und der Chirurgie - und Belegabteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten. Außerdem errichtete man neben dem Krankenhaus das Placidahaus. Es diente als Schwesternwohnheim und Wohnheim für die Schülerinnen der Krankenpflegeschule, die im gleichen Jahr eingerichtet wurde. Später bekam die Schule ein eigenes Haus im Park des Hospitals. 1985 wurden der Altbau des Krankenhauses und das Placidahaus von Grund auf saniert.

Hauptfachabteilung für Geriatrie entsteht

Im Jahre 1990 mussten auf Wunsch der Landesregierung und der Kostenträger die Belegabteilungen aufgegeben werden. Stattdessen erhielt das Krankenhaus eine neue Hauptfachabteilung für Geriatrie mit angeschlossener Tagesklinik. In der Folge wurde die bereits vorhandene krankengymnastische Abteilung ausgebaut und Funktionsabteilungen für Ergotherapie und Logopädie sowie für Sozialarbeit eingerichtet.

Diese erhielten in den folgenden Jahren eine neue Bleibe im Zwischentrakt, der zwischen dem geriatrischen Bettentrakt und dem Haupthaus erstellt wurde.

In den 90er Jahren erfuhr das Gertrudis-Hospital zahlreiche bauliche Veränderungen. Neue, gut ausgestattete Operationssäle entstanden, und auch die moderne interdisziplinäre Intensivabteilung wurde in Betrieb genommen.

Gemeinsam gut gerüstet

Im Jahre 1995 nahmen die "Ambulanten Dienste am Gertrudis-Hospital" ihren Dienst auf. Kurze Zeit später konnten auch die ersten Mieter des "Betreuten Wohnens am Gertrudis-Hospital" ihre neuen Domizile beziehen. Beide Angebote haben inzwischen den Träger gewechselt und werden jetzt von der "Martinus Trägergesellschaft für soziale Dienste mbH" betrieben. Träger des Gertrudis-Hospitals und der Martinus Trägergesellschaft für soziale Dienste sind die Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel SMMP. Zwischen Beiden besteht eine enge Zusammenarbeit. Um das Angebot weiter abzurunden, bietet das Gertrudis.-Hospital seit 1996 die "Kurzzeitpflege am Gertrudis-Hospital" an.


Den Weg in die Zukunft geht das Gertrudis-Hospital nicht mehr allein. Im Jahre 1997 fusionierten das Gertrudis-Hospital Westerholt und das Marien-Hospital Marl. Im Jahre 1999 komplettierte das St. Sixtus-Hospital Haltern die "Katholische Kliniken Haltern/Marl/Westerholt GmbH". Im Jahr 2009 wurde aus dem Trio ein Quartett: Gemeinsam mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten verschmolzen die vier Häuser zur KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH.