MEDIZIN mit MENSCHLICHKEIT

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Weaning: Aktiv Atmen - Beatmung, beatmet werden

Atmen ist natürlicherweise ein unbewusster Vorgang - er transportiert den "Treibstoff" für den Organismus - namentlich Sauerstoff. Manchmal klappt das Atmen nicht ausreichend - dann wird vielleicht eine Beatmung nötig.

Zum Beispiel kann es nach

  • großen Operationen oder
  • bei schweren Grunderkrankungen

sein, dass eine Atemunterstützung notwendig wird. Das maschinelle Atmen übernehmen Maschinen, die Einstellung der Maschinen übernehmen Menschen und ihren (Sach)Verstand, z. B. Pneumologen.

Weaning: Atmen wieder lernen

Lungenspezialisten wissen: Wer "beatmet" ist, muss lernen, ohne Beatmungsmaschine wieder selbstständig zu atmen. Das ist nicht immer einfach. Für lungengesunde Menschen, z. B. nach operativen Eingriffen, geht das meist schnell -sie haben in der kurzen Zeit das Atmen nicht "verlernt".

Anders geht das mitunter Menschen, die wegen einer grundlegenden (und chronischen) Lungenerkrankung lange Zeit Atemunterstützung benötigen oder benötigt haben. Hier zeigt sich oft: Je länger die Phase der "künstlichen Beatmung"anhält, desto schwerer fällt es ihnen, wieder aus eigener Kraft zu atmen.

Hintergrund: Atmen ist körperliche Arbeit. Kostet Energie. Menschen mit einer chronischen Lungenkrankheit müssen ungleich mehr Energie aufbringen als Lungengesunde, um ihren Sauerstoffbedarf zu decken. In der Phase der künstlichen Beatmung heißt das auch: Der Körper gewöhnt sich an die Unterstützung, legt sich - gewissermaßen - zur Ruhe. Das aber schwächt die Muskeln, die die Arbeit des Atmens übernehmen. Weaning (das Wort kommt aus dem Englischen.

Weaning meint: entwöhnen, heißt also praktisch: Atmen (wieder) lernen, Muskeln aufbauen. Soweit wie möglich in ein Leben ohne Atemunterstützung hineinfinden. Dieser Prozess der Entwöhnung vom Beatmungsgerät kann Wochen dauern.

Das Ergebnis ist nicht immer, dass die Betroffenen vollkommen ohne Atemunterstützung auskommen. Aber wir werden mit Ihnen daran arbeiten, dass wir die Grenzen nach oben ausloten.

Was sind die Möglichkeiten?

Oft - gleichwohl nicht immer - beginnt es damit, dass Betroffene akut erkrankt auf der Intensivstation liegen und künstlich beatmet werden. Zeigt sich dann, dass die akute Erkrankung überwunden ist, es aber an der eigenen Fähigkeit zu atmen fehlt, dann müssen Betroffener, Betroffener/Angehörige/Freunde und wir darüber nachdenken, was zu tun ist.

Auf eine Form der Atemunterstützung angewiesen sind auch oft Menschen, die eine neuromuskuläre Erkrankung haben und deren Atemkraft wegen der Grunderkrankung nachlässt.


Welche Optionen gibt es?

Langzeit-Beatmungen: Betroffene benötigen stets eine invasive Atemunterstützung. Dann stellt sich die Frage: Was ist das geeignete Lebensumfeld für sie und wo ist es zu finden? Möglichkeiten sind die Versorgung im Heim oder zu Hause.

Intermittierende (zwischenzeitliche) Selbstbeatmung: Zum Beispiel Betroffene mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder neuromuskulärer Erkrankungen (mit Thoraxdeformierungen) haben manchmal eine Atmungsschwäche. Unterstützung erfahren sie durch eine sogenannte nicht-invasive Beatmung (NIV: non-invasive ventilation) über eine Nasen- oder Nasenmundmaske. Diese
Unterstützung ist zeitlich befristet, z. B. auf nachts.

Hintergrund: Nachts erholt sich die Atemmuskulatur. Nachts sollte der Mensch schlafen. Durch die Übernahme der Energiearbeit beim Atmen erholen sich die beteiligten Strukturen – und arbeiten am nächsten Tag kraftvoller.

Weaning braucht professionelle Erfahrung

Um Menschen mit einer Atemschwäche vom Beatmungsgerät zu entwöhnen, sind viele „Hebel“ gleichzeitig zu bewegen. Man muss z. B.

  • die Lungenleistung kontinuierlich steigern,
  • die körperliche Kraft wiederherstellen.

Das sind die übergeordneten Ziele. Die aber verlangen unbedingt: Jeder Patient benötigt ein individuelles Behandlungskonzept!

Ein individuelles Konzept verlangt nach einem erfahrenen Team. In unserem Team finden Sie

  • Mediziner,
  • Atemtherapeuten,
  • speziell ausgebildete Pflegekräfte,
  • Physiotherapeuten,
  • Logopäden.

Physiotherapeuten z. B. halten Sie möglichst mobil und verhindern Einschränkungen der Bewegung und Logopäden unterstützen Sie dabei, Schluck- oder Sprechprobleme zu beheben.

Spezielle Station für die Entwöhnung

Wir betreuen unsere schwerstkranken Patienten z. B. akut auf der Intensivstation. Zudem haben wir eine spezielle Station (B5, Intermediate Care Unit), auf der wir mit Patienten, die das Atmen wieder lernen sollen, arbeiten. Die Beatmungszimmer auf der Station haben eine besondere personelle und apparative Ausstattung – z. B. eine kontinuierliche Überwachung wie auf einer Intensivstation.

(Kopie 1)

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