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Heiße Tipps für heiße Tage

02.07.2010 - St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten

Autor: Klaus-Dieter Krause in der Dorstener Zeitung am 2. Juli 2010


 

Was essen, was trinken, wie der Natur und den Tieren helfen – Experten wissen Rat

Dorsten. Viele Dorstener leiden jetzt schon unter der Hitze, dabei soll das Thermometer noch weiter klettern. Fachleute geben Tipps, wie sie die Auswirkungen der tropischen Temperaturen zumindest mildern können.

 

Worauf sollten Senioren achten?

Dr. Jan Bernd Böckenförde: Da bei älteren Menschen das Durstgefühl nachlässt, sollten sie an heißen Tagen besonders darauf achten, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dies rät der Chefarzt der Inneren Medizin, Kardiologie, Dr. Jan Bernd Böckenförde vom St. Elisabeth-Krankenhaus. Gut ist es, zu allen Mahlzeiten und bei Aktivitäten wie Zeitung lesen ein bis zwei Gläser zu trinken. Am besten sollte morgens die Tagesration bereitgestellt werden. Allerdings gibt es auch Menschen, die aufgrund einer Herz- oder Nierenschwäche ihre Trinkmenge senken müssen. Sie benötigen aber an heißen Tagen entsprechend mehr Flüssigkeit als sonst.

 

Hilfreich ist es für alte und kranke Menschen, zu den heißesten Stunden eine "Siesta" einzulegen. Der Mittagsschlaf schont den Körper bei Hitze.

 

Was und wie oft sollte man essen?

Verana Bruns: tatt drei großen Mahlzeiten an heißen Tagen besser fünf kleinere, das kann unser Organismus leichter verarbeiten, rät Verana Bruns (Foto), Diätassistentin vom St. Elisabeth-Krankenhaus. Zum Start ein leichtes Frühstück, mittags reicht auch ein Salat. Als Zwischenmahlzeit sind leicht verdaubare Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder frisches Obst ideal. Wenn es sich abends abkühlt, darf der Tisch etwas mehr als üblich gedeckt sein. Aber nicht zu spät essen!

Wie bleibt es in der Wohnung kühl?

 

Dr. Hermann Thomas: Kräftiges Stoßlüften am Morgen – und danach Rollos runter. Und wenn möglich nachts das Fenster offen lassen, empfiehlt Schlafmediziner Dr. Hermann Thomas vom St.-Elisabeth-Krankenhaus. Ein dünnes Laken reicht als Decke. Der Körper braucht zwar viel mehr Wasser als üblich, die Flüssigkeits-Aufnahme sollte jedoch nicht direkt vor der Nachtruhe erfolgen – sonst wird sie durch den Toilettengang unterbrochen.

 

Was ist bei Haustieren zu beachten?

 

Dr. Jutta Hammer: Ähnlich wie beim Menschen gibt es auch bei der Hitzeempfindlichkeit von Tieren individuelle oder gattungsbedingte Unterschiede, weiß Tierärztin Dr. Jutta Hammer. Vor allem für betagte oder nicht ganz gesunde Hunde sollte die Spazier-Runde auf den Abend und Morgen gelegt werden. Auf keinen Fall Hunde im verschlossenen Auto zurücklassen, auch wenn dies vermeintlich nur für wenige Minuten geschieht.

Katzen suchen sich gern kühlere Ruheplätze im Haus, man sollte ihnen dazu den Zugang ermöglichen. Ein ganz wichtiger Hinweis für Kaninchenbesitzer! Im Sommer muss jedes Kaninchen jeden Tag auf Madenbefall, verursacht durch Schmeißfliegen, untersucht werden. Wenn das Kaninchen Freilauf im Garten genießt, für reichlich Schattenplätze sorgen.

Wichtig ist bei allen Haustieren, dass ein Napf mit ausreichend Wasser vorhanden ist. Käfige sollten an schattigen Orten platziert werden.

 

Wie kann man Blumen und Bäumen helfen?

Martin Hollstegge: In Zeiten der Dürre müssen wir Pflanzen gießen und bewässern. Dies beherzigen fast alle Gartenbesitzer. Aber nur auf ihrem Grund und Boden. "Einfach zur Tat schreiten", empfiehlt Martin Hollstegge vom Grünflächenamt aber auch Bürgern, denen öffentliche Grünanlagen und Straßenbäume vor ihrem Haus am Herzen liegen. Wer in seiner Umgebung junge Bäume sieht, die Blätter hängen lassen, sollte täglich flüssige Überlebenshilfe geben: "Am besten in den frühen Morgen- oder Abendstunden, damit es im Wohnumfeld schön grün bleibt."

 

Bei den Experten informierte sich Klaus-Dieter Krause.


© 2013  Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH  •  Stand: 14.12.2009 - 14:44