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„Damit Pflege zu Hause gelingt“

10.06.2010 - Gertrudis-Hospital Westerholt

 


Vertrag besiegelt (v.l.): Astrid Pietzner, Kaufmännische Direktorin im Gertrudis-Hospital, Regina Kaiser, Krankenschwester für Pflegeüberleitung, Wilhelm Schmitz, Pressesprecher der AOK Recklinghausen, und Martin Bäcker, Teamleiter Pflegekasse der AOK Recklinghausen.

Gertrudis-Hospital und AOK unterzeichnen Vertrag für Modellprojekt

Ein Schlaganfall, ein Knochenbruch oder eine große Operation: Viele, vor allem ältere Menschen sind nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf weitere Pflege und Versorgung im häuslichen Umfeld angewiesen. Eine große Herausforderung für die Angehörigen, die den größten Teil der Pflegeleistung übernehmen. Doch auf die neue Familiensituation sind sie in der Regel nicht vorbereitet. Schnell können Fragen im Pflegealltag auftauchen: Wie bettet und mobilisiert man zum Beispiel die Kranken? Wo bekommt man Unterstützung bei der Pflege? Und welche Leistungen übernimmt die Pflegekasse?

 

Damit pflegende Angehörige auf die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt gut vorbereitet sind, beteiligt sich das Gertrudis-Hospital seit einiger Zeit an dem Modellprojekt „Familiale Pflege“, das von der AOK finanziell getragen und von der Universität Bielefeld wissenschaftlich begleitet wird. Ziel dieses Angebots ist es, Patienten den Übergang vom Krankenhaus in die eigenen vier Wände zu erleichtern und Familienmitglieder rechtzeitig durch Qualifikation und Beratung auf die veränderte Situation vorzubereiten. Nach einer ersten Erprobungsphase des Projekts im Gertrudis-Hospital wurde jetzt die Kooperation auch vertraglich besiegelt. Dazu unterzeichneten Krankenhaus und Krankenkasse einen entsprechenden Vertrag.

 

Drei Bausteine: Pflegetraining, Pflegekurse, Pflegecafé

„Die Familien tragen nach wie vor die Hauptlast in der pflegerischen Versorgung ihrer Angehörigen. Wir wollen sie mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten nicht allein lassen. Unser Modellprojekt sieht vor, ihnen durch Informationen, Beratung und Pflegetipps die nötige Sicherheit zu geben, um diese große Herausforderung zu meistern. Die Angebote sind kostenfrei und können von allen gesetzlich Versicherten in Anspruch genommen werden, unabhängig davon, welcher Krankenkasse sie angehören“, erläuterte Wilhelm Schmitz, Pressesprecher der AOK Recklinghausen bei der Vertragsunterzeichnung. Und Astrid Pietzner, Kaufmännische Direktorin im Gertrudis-Hospital, ergänzte: „Unsere ersten Erfahrungen mit dem Projekt zeigen uns, wie wichtig und dringlich es ist. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir jetzt mit dem Vertrag die Möglichkeit haben, unsere Pflege-Qualifizierungen auch dauerhaft betroffenen Familien anbieten zu können.“

Das Konzept der familiären Pflege besteht im Gertrudis-Hospital aus drei Bausteinen: dem Pflegetraining, dem Pflegekurs und dem Pflegecafé. Das Pflegetraining setzt noch während des Krankenhausaufenthaltes der Patienten ein: Direkt am Krankenbett erlernen Angehörige unter Anleitung von erfahrenen Pflegekräften, welche Maßnahmen von der Grundpflege über die Lagerung bis hin zur Vorbeugung erforderlich sind. Bis zu sechs Schulungen von 30 bis 45 Minuten Dauer können bei Bedarf durchgeführt werden. „Rund 130 Familien haben in den vergangenen Monaten dieses Angebot in Anspruch genommen“, resümierte Regina Kaiser, Krankenschwester für Pflegeüberleitung und federführend bei der Umsetzung des Projekts im Gertrudis-Hospital.

Vertieft wird dieses Wissen in einem anschließenden Pflegekurs, an dem bereits 54 Familien teilgenommen haben. Er findet an drei Wochentagen in der Krankenpflegeschule des Gertrudis-Hospitals statt: Neben den praktischen Übungen von pflegerischen Handgriffen geht es hier vor allem darum, die Versorgung der Patienten zu Hause auf Dauer sicher zu stellen und der Überlastung Einzelner vorzubeugen. Flankierend dazu werden den Familien die Möglichkeiten der öffentlichen Hilfen vorgestellt. Das Angebot reicht hier von Ambulanten Diensten über Kurzzeit- und Tagespflege bis hin zu  technischen Hilfsmitteln und dem Umbau der Wohnung.  

Das Pflegecafé rundet das Angebot des Gertrudis-Hospitals ab. Es ist das „jüngste Kind“ in der Angebotspalette des Gertrudis-Hospitals und wurde auf Wunsch der Familien eingerichtet. Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich hier pflegende Angehörige zum Erfahrungsaustausch. Aber auch Mitarbeiterinnen des Gertrudis-Hospitals stehen für Gespräche und Probleme, die sich im Pflegealltag zeigen, zur Verfügung.

Ansprechpartnerin für weitere Informationen oder für Anmeldungen zu den Pflegekursen ist im Gertrudis-Hospital Regina Kaiser, Krankenschwester für Pflegeüberleitung. Sie ist telefonisch unter 0209/6191-0 oder per E-Mail r.kaiser@kkrn.de zu erreichen.


© 2013  Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH  •  Stand: 14.12.2009 - 14:44