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Aktuelle Meldung
Darmzentrum Marl am Marien-Hospital zertifiziert
19.02.2009 - Marien-Hospital Marl
Prüfung nach DIN EN ISO 9001bestanden: Dr. Alfons Roerkohl, Geschäftsführer der Zertifizierungsstelle „3CERT", überreicht das Zertifikat an Priv.-Doz. Dr. Klaus-Peter Riesener, Leiter des Darmzentrums (l.), und Dr. Christoph König, Koordinator des Darmzentrums (2. v.l.). Mit den beiden freuen sich (v.l.) Dr. Marcus Roth, Oberarzt Chirurgie im Marien-Hospital, Beatrix Becker, Qualitätsmanagementbeauftragte im Marien-Hospital, Christian Bartholomäus, Gastroenterologe im Marien-Hospital, Guido Zimmermann, Gastroenterologe im Marien-Hospital, Dr. Heinz-Georg Wehmeyer, Praxis für Radioonkologie und Strahlentherapie im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen.
Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001 bestätigt: Behandlung des Darmkrebses erfolgt nach anerkannten Leitlinien
Es ist geschafft: Das neu gegründete Darmzentrum am Marien-Hospital darf künftig den Titel »Darmzentrum Marl nach DIN EN ISO 9001« führen. Damit ist die Marler Einrichtung die erste im Kreis Recklinghausen, die sich der internationalen Qualitätsnorm entsprechend zertifizieren ließ. »Das ist eine hohe Anerkennung und zugleich eine große Aufwertung für uns. Denn das Zertifikat bestätigt, dass wir gemäß international anerkannten Qualitätskriterien und Standards arbeiten«, freuen sich Priv.-Doz. Dr. Klaus-Peter Riesener, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Marien-Hospital und zugleich Leiter des Darmzentrums, sowie Dr. Christoph König, Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin, Onkologe und Koordinator der neuen Einrichtung.
Einen Tag begutachtete die akkreditierte Zertifizierungsstelle »3CERT« die Arbeit des Darmzentrums auf Herz und Nieren: Sie bewerteten unter anderem die Abläufe in der Endoskopie, nahmen die Arbeit im OP unter die Lupe und prüften die Patienten- und Mitarbeiterorientierung des Darmzentrums. Danach bestätigten die Auditoren, dass die Behandlung im Darmzentrum Marl nach anerkannten Leitlinien erfolgt, ein strukturiertes Schmerzmanagement von der Aufnahme bis zur Entlassung vorliegt und alle Spezialisten, die an der Behandlung des Darmkrebses beteiligt sind, interdisziplinär zusammenarbeiten. Dazu zählen Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen. Das zertifizierte Darmzentrum Marl wird fester und gewinnbringender Bestandteil der zukünftigen klinikübergreifenden Zentren für Chirurgie, Gastroenterologie und Onkologie des neuen Klinikverbundes Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH »KKRN«. Hier wird die medizinische Behandlung der Patienten in den vier Krankenhäusern durch abgestimmte Behandlungsmethoden noch weiter optimiert.
Hintergrund
Dickdarmkrebs ist in Deutschland inzwischen zur zweithäufigsten Krebstodesursache geworden, und das sowohl bei Männern als auch bei Frauen. In Zahlen heißt das: Jährlich erkranken mehr als 70.000 Menschen in Deutschland an Dickdarm- und Enddarmkrebs. Früher bedeutete diese Diagnose das sichere Todesurteil, heute kann man in vielen Fällen die Krankheit heilen oder doch zumindest die Lebensqualität entscheidend verbessern. »Wir wissen, dass die Prognose bei Dickdarm- und Mastdarmkrebs ganz entscheidend von einer frühzeitigen Diagnostik sowie einer qualifizierten Therapie und Nachsorge abhängt. Seit langem ist auch bekannt, dass diese komplexen Leistungen nicht, aus einer Hand' erbracht werden können, sondern dass dazu eine intensive Zusammenarbeit verschiedener ,Krebsspezialisten' erforderlich ist«, erläutert Riesener.
Und so sieht die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Praxis aus: Einmal öchentlich treffen sich die Vertreter der verschiedenen medizinischen Disziplinen in der Tumorkonferenz und beurteilen gemeinsam, welche Behandlung für jeden einzelnen Patienten die richtige ist. »So wird von der Diagnosestellung bis zur
Nachsorge der Patienten das Fachwissen aller Beteiligten in den Behandlungsprozess eingebracht«, stellt König fest. Weil die Diagnose Darmkrebs für alle betroffenen Patienten immer ein schwerer Schock ist und viele Fragen nach der Zukunft aufwirft, haben die Mediziner des Darmzentrums eine Fülle weiterer Fachleute eingebunden: Schmerztherapeuten, Psychoonkologen, Physiotherapeuten, Stomatherapeuten, Mitarbeiter des Sozialdienstes, Seelsorger, genetische Berater und Selbsthilfegruppen. »Wir möchten unsere Patientinnen und Patienten von Anfang an gut informieren und über alle Aspekte der Behandlung aufklären. Sie sollen wissen, welche Hilfen wir ihnen für den Umgang mit ihrer Erkrankung anbieten können und dass wir sie in dieser schwierigen Situation nicht allein lassen«, betonen Riesener und König.
Eines liegt den Medizinern im Darmzentrum Marl besonders am Herzen: die Prävention. Deshalb appellieren sie mit Dringlichkeit, die angebotenen Vorsorgeprogramme zu nutzen. Die Krankenkassen zahlen für Versicherte ab 55 Jahren eine Dickdarmspiegelung. Bei dieser Untersuchung, die nicht schmerzhaft ist, können Vorstufen von Tumoren, so genannte Polypen, sehr gut erkannt und entfernt werden. So wird der Krebs bekämpft, bevor er überhaupt entsteht. Denn das Tückische am Darmkrebs ist, dass er anfangs häufig keine Beschwerden bereitet. Im Gegensatz zu anderen Vorsorgeuntersuchungen muss die Darmspiegelung nicht jährlich wiederholt werden – vorausgesetzt, bei der Untersuchung wurden keine auffälligen Befunde entdeckt. Treten in der Zwischenzeit keine Darmbeschwerden auf, dann muss erst nach zehn Jahren wieder gespiegelt werden.
Kontakt
Das Darmzentrum ist während der allgemeinen Dienstzeiten über die Sekretariate der Allgemein-und Viszeralchirurgie und der Allgemeinen Inneren Medizin am Marien-Hospital erreichbar. In Notfällen ist jederzeit über die Zentrale ein Kontakt mit den diensthabenden Ärzten der Abteilungen möglich. Spezielle Sprechstunden ermöglichen eine kurzfristige Vorstellung von Patienten im Darmzentrum.
Kontakt: Tel. 02365-9110
E-Mail: info(at)darmzentrum-marl.de
