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Hoffnung in den letzten Stunden

12.09.2007 - St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten

 


Mehr Zuwendung für sterbenskranke Menschen ist das Anliegen des neuen Netzwerks "Spes Viva". Foto: WAZ, Lutz von Staegmann

WAZ vom 12.09.2007

Ein Netzwerk aus Krankenhaus, niedergelassenen Ärzten und ehrenamtlichen Helfern des Ambulanten Hospizdienstes wird sich um sterbenskranke Menschen und deren Angehörige kümmern

Dorsten. Es geht um Hoffnung. Auch in den letzten Stunden ihres Lebens sollen schwerkranke Menschen darauf vertrauen dürfen, dass ihnen jemand hilft, sich einen letzten Wunsch zu erfüllen, eine Herzensangelegenheit zum Abschluss zu bringen oder etwas Wichtiges zu regeln.

Und sie sollen sich darauf verlassen können, dass sich jemand um die Linderung ihrer Ängste und Schmerzen kümmert. Nicht zuletzt sollen Angehörige an die Hand genommen werden, um mit der unausweichlichen Wahrheit besser zurechtzukommen.

Das alles umfasst der Ansatz, den das neue Netzwerk "Spes Viva" - In lebendiger Hoffnung - in Dorsten künftig verfolgen will. "Der Patient muss im Mittelpunkt stehen", sagt Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, der die Schirmherrschaft übernommen hat. "Wenn uns das hier gelingt, sind wir sehr weit".

Dorsten wird dann Vorreiter sein für den gesamten Kreis Recklinghausen. Aber es gibt anderswo bereits bestehende Modelle, die schon länger mit Erfolg praktiziert werden, und an denen sich die Initiatoren orientieren wollen.

So wurde vom St.-Raphael-Klinikum im niedersächsischen Ostercappeln nicht nur der Name "Spes Viva" übernommen, sondern auch die Organisation einer palliativen Betreuung im Krankenhaus.

"Es ensteht keine palliative Station", stellt Andreas Hauke, Geschäftsführer des Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhauses, klar. "Vielmehr werden wir einen Bereich schaffen, in dem wir intensiver auf die Bedürfnisse von Patienten in den letzten Tagen ihres Lebens eingehen können."

"An drei oder vier Räume in einer ruhigeren Umgebung ist gedacht. Zwei Einzelzimmer und ein Raum mit wohnzimmerähnlichem Charakter, wo der Patient und Angehörige eine besondere und besonders qualifizierte Betreuung erfahren können."

"Im Vordergrund steht aber der Netzwerk-Gedanke", betont der Ärztliche Direktor, Dr. Peter Tönnies. Im Netzwerk schließen sich das Krankenhaus, Dorstens niedergelassene Ärzte und der Ambulante Hospizdienst zusammen, um den Patienten vor allem auch eine Zuwendung zuhause - nach der Krankenhausentlassung - bieten zu können.

Alle Beteiligten arbeiten stetig an einem hohem Maß spezieller Weiterbildung. Der Ambulante Hospizdienst, in Dorsten aktiv seit 1999, bringt über 40 geschulte Ehrenamtliche, engagierte Frauen und Männer, in das Projekt ein. Die niedergelassenen Ärzte, vor allem Allgemeinmediziner und Internisten, absolvieren 200 Zusatzausbildungsstunden zum Palliativspezialisten. Auch das Krankenhauspersonal besucht Schulungen.

Auf längere Sicht will das Elisabeth-Krankenhaus selbst Fortbildungen dieser Art konzipieren. In der Zwischenzeit muss das Netzwerk aber erst einmal aus der Taufe gehoben werden. "Bis zum Jahresende", schätzt Andreas Hauke, "könnte die Einrichtung der Palliativräume gelingen."


© 2013  Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH  •  Stand: 14.12.2009 - 14:44