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Aktuelle Meldung
Sehr sensibles Thema
05.06.2010 - St. Elisabeth-Krankenhaus DorstenDrei Fragen an Prof. Dr. Gertrud Haeseler, Anästhesie-Chefärztin im St. Elisabeth-Hospital
Dorsten. Prof, Dr. Gertrud Haeseler, Anästhesie-Chefärztin im Elisabeth-Hospital, nimmt zurzeit an der zentralen Veranstaltung zum "Tag der Organspende" in Hannover teil.
In wieweit hat auch das Elisabeth-Krankenhaus mit Organspenden zu tun?
Transplantiert wird nur in Kliniken mit Transplantations-Chirurgie. Aber grundsätzlich sind alle Häuser verpflichtet, also auch wir in Dorsten, Organspender zu melden und sie auf Transplantationen vorzubereiten sowie natürlich auch mit den Angehörigen zu sprechen.
Wie hoch ist die Bereitschaft zur Organspende?
Leider noch nicht hoch genug, es ist nach wie vor ein sehr sensibles Thema in der Bevölkerung. Auch in der Dorstener. Was viele Menschen nicht wissen, dass man auch im hohen Alter noch Organe spenden kann. Es ist schon die Niere eines 80-Jährigen transplantiert worden. Daran sollten Menschen, die beispielsweise eine Patientenverfügung machen, auch denken, Viele sagen schnell: Ach, dazu bin ich doch dann zu alt. Nein, dem ist nicht so.
Ihr Wunsch auf diesem Gebiet für die Zukunft?
Dass das Thema Organspende nicht mehr so Tabu-behaftet ist. Und dass massiv weiter Aufklärung darüber betrieben wird, was Organspende eigentlich ist. Dass sie Leben retten kann. Nicht nur eines, sondern oft mehrere. Eine einzige gespendete Leber kann beispielsweise mehreren Menschen das Leben retten. Und da spielt es kaum eine Rolle, wie alt der Spender ist, Nach oben hin gibt es keine Begrenzung. Niemand muss als Organspender Angst haben, dass ihm Organe gestohlen werden oder dass nicht alles versucht wird, ihm medizinisch zu helfen, wenn's drauf ankommt, Das ist leider ein noch immer verbreiteter Irrglaube. Jeder Mensch - natürlich auch Organspender - erhält die bestmögliche medizinische Versorgung.

