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Keine Angst! Damit das Leben weitergeht ...

26.06.2012 - Gertrudis-Hospital Westerholt

Autor: Aus der Hertener Allgemeine Zeitung vom 26. Juni 2012 von Carola Wagner


Entlassmanagement - damit es funktioniert, arbeiten alle Hand in Hand: Ergotherapeutin Sr. Katharina Conradi, Patient Lothar Paape, Geriatrie-Chef Dr. Karl Ott, Sozialdienst-Leiterin Regina Kaiser und Schwester Irene Siedlaczek (von links). Foto: Carola Wagner

... ziehen die Fachleute des Gertrudis-Hospitals zum Wohl der Patienten an einem Strang

Krank zu sein, ins Hospital zu müssen - eine Situation, die speziell ältere Menschen oft in eine Krise stürzt. Wie geht es nach der Entlassung weiter? Ist ein Leben in der eigenen Wohnung noch möglich? Wo gibt es Hilfe? Wo gibt es Geld? Fragen über Fragen, die Angst machen. Entlassmanagement - ein sperriges Wort, hinter dem sich die Absicht verbirgt, diesen Patienten zu helfen.

Regina Kaiser hat den Stein ins Rollen gebracht. Die gelernte Krankenschwester leitet den Sozialdienst des Gertrudis-Hospitals. Und hat dafür gesorgt, dass all die "Facharbeiter" im Krankenhaus - vom Arzt über die Pflegenden bis hin zu Therapeuten und Sozialarbeitern - Hand in Hand zum Wohle der Patienten arbeiten. Die haben seit 2010 einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ihnen beim Wechsel vom Krankenhaus in die alte oder eine ganz andere Wohn- und Lebenssituationumfassende Unterstützung zuteil wird. Ein Auftrag, den das Gertrudis-Hospital sehr ernst nimmt, wie dessen ärztlicher Direktor, Dr. Karl Ott, betont. Nicht nur wegen der oft hochbetagten Geriatrie-Patienten, die meist geistig und körperlich eingeschränkt und auf Hilfe angewiesen sind. "Das Gros der Patienten ist 60 bis 80 Jahre alt, und diese Gruppe wächst."

Oftmals sind nicht nur die Patienten, sondern auch deren Angehörige überfordert. Muss die Oma ins Heim oder kann sie nach Hause? Was kann sie überhaupt noch? Wer hilft bei der Pflege? Welche Hilfsmittel sind erforderlich? "Vom Tag der Aufnahme ins Krankenhaus an ziehen alle Beteiligten hier im Hause an einem Strang und nehmen dabei auch die Angehörigen, Betreuer, Hausärzte und natürlich die Patienten selbst mit ins Boot", betont Dr. Ott.

Entlassung wird detailliert vorbereitet

Checklisten, die die Situation und die Bedürfnisse der Kranken abklopfen, machen die Prozesse bewertbar, sorgen für Transparenz und Objektivität. Im Ergebnis steht das Pflegebett bereits im heimischen Schlafzimmer, wenn der Patient nach Hause kommt, der Hausarzt ist informiert etc. Für Angehörige gibt es Schulungen von der Medikamentengabe bis hin zu Wundmanagement, Hebetechniken und zum Umgang mit Demenz. Auch Selbsthilfegruppen zu Demenz und Pflege im Martinus-Treff (Bahnhofstraße) sind im Angebot. "Wir verstehen uns als Zentrum für Medizin im Alter", erläutert Dr. Karl Ott nicht ohne Stolz auf das gut funktionierende Netzwerk des Gertrudis-Hospitals. Die Versorgung der Alten und Kranken - früher war das Teamwork in der Familie. "Damit die Versorgung klappt, müssen neue Strukturen wachsen", sagt Regina Kaiser. "Wir arbeiten dran!"

Wie Krankenhäuser Patienten entlassen

"Krankenhaus-Entlassmanagement im Kreis Recklinghausen"
Unter diesem Titel steht eine Infoveranstaltung, die am Donnerstag, 28. Juni, im großen Sitzungssaal des Kreishauses stattfindet. Initiatorin ist die Arbeitsgemeinschaft aller Seniorenvertretungen im Kreis RE. Um 10 Uhr geht's los. Interessierte sind willkommen.

Pflegefachmann Dr. Klaus Wingenfeld erläutert den Sinn das Entlassmanagements an Krankenhäusern. Am Beispiel des Gertrudis-Hospitals wird die Praxis verdeutlicht. Es folgt eine Diskussion zum Thema. Die Experten beantworten auch Publikumsfragen.


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