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Startschuss für Obeldicks light

20.03.2007 - Marien-Hospital Marl

 


Was sollte man häufig essen und was eher selten? Andrea Holthausen-Schmitz erläutert dies mit der Ernährungspyramide.

Gesundheitszentrum am Marien-Hospital Marl sucht übergewichtige Kinder und Jugendliche für Studie

Pommes, Hamburger, Schokolade und Chips haben zwei Dinge gemeinsam: Sie schmecken lecker und machen dick. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen erfreuen sich diese Kalorienbomben ausgesprochener Beliebtheit. Die Folge: Die Zahl übergewichtiger junger Menschen steigt.

In Deutschland sind zwei Millionen Kinder und Jugendliche – das sind 15 Prozent – im Alter von drei bis 17 Jahren zu dick oder sogar fettleibig. Deshalb startet das Gesundheitszentrum am Marien-Hospital Marl gemeinsam mit der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln das Präventivprogramm »Obeldicks light«. »Dieses Angebot füllt eine Lücke. Denn während unser Programm ‚Obeldicks' ausschließlich auf fettleibige junge Menschen zielt, setzt ‚Obeldicks light' früher an. Die Schulung wendet sich an Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren, die zwar übergewichtig, aber noch nicht adipös, also fettleibig sind. Wir wollen rechtzeitig eingreifen, bevor Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Haltungsschäden auftreten«, erläutert Andrea Holthausen-Schmitz, Leiterin des Gesundheitszentrums.

»Obeldicks light« dauert sechs Monate und stellt drei Aspekte in den Mittelpunkt: Bewegung, Ernährung und Verhalten. Einmal pro Woche kommen die jungen Teilnehmer für drei Stunden ins Gesundheitszentrum. Beim gemeinsamem Sport geht es nicht darum, der Erste und Beste zu sein. »Wir wollen vielmehr den Spaß an der Bewegung fördern, die Beweglichkeit trainieren und das Selbstbewusstsein stärken«, so Holthausen-Schmitz. Beim Thema Ernährung setzen die Verantwortlichen von »Obeldicks light« auf eine dauerhafte Umstellung der Essgewohnheiten: also wenig Fett, reichlich Kohlehydrate und dazu viel frisches Obst und Gemüse. »Dafür müssen die Kinder und Jugendlichen natürlich wissen, weshalb Pommes und Chips dick machen und welche gesunden Nahrungsmittel ein Ersatz sind«, erläutert Susanne Horstenkamp, Dipl.-Oecotrophologin im Gesundheitszentrum. Eng damit verknüpft ist der dritte Schulungsaspekt: die Änderung des eigenen Essverhaltens. »Wir schauen mit den Kursteilnehmern genau hin, bei welchen Gelegenheiten sie zwischen den Mahlzeiten essen. Der eine isst vielleicht aus Frust oder Langeweile, der andere, weil er gelernt hat, immer den Teller leer zu machen oder die Köchin bzw. den Koch nicht enttäuschen will«, listet Holthausen-Schmitz auf.

Da eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten immer die ganze Familie betrifft, ist eine Teilnahme (Elternschulung 12 x wöchentlich, danach 1 x im Monat für 3 Monate) der Eltern bindend. Mutter und Vater sind ja einerseits die Vorbilder, bei denen sich die Kinder das Essverhalten abschauen. Andererseits müssen die Eltern auch wissen, wie man gesunde, leckere und abwechslungsreiche Mahlzeiten zubereitet. Betreut werden die Kinder und Jugendlichen von Kinderärzten, Psychologen, Diätassistentinnen und Sporttherapeuten. Bevor das Programm startet, steht ein gründlicher Gesundheitscheck in der Kinderklinik Datteln auf dem Programm.

Die Kosten in Höhe von 652 Euro werden bei regelmäßiger Teilnahme an »Obdeldicks light« von den Krankenkassen übernommen. Das Pilotprojekt wird von der Universität Bremen wissenschaftlich begleitet. Deshalb gibt auch zwei Gruppen, denen die Teilnehmer zugelost werden. Die erste Gruppe startet sofort mit dem Programm, die zweite nach sechs Monaten Wartezeit.

Zur Zeit sucht das Marien-Hospital junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Interessenten können sich an Andrea Holthausen-Schmitz, oder Susanne Horstenkamp unter Telefon 02365/911-359 oder /911-887-359 wenden.

Und wie stellt man nun fest, ob das eigene Kind zu dick ist? »Am einfachsten ist es, wenn Eltern sich telefonisch mit uns in Verbindung setzen. Wir rechnen das gerne aus«, rät Holthausen-Schmitz.


© 2013  Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH  •  Stand: 14.12.2009 - 14:44