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"Wir sind sehr gesund"
21.03.2012 - St. Elisabeth-Krankenhaus DorstenVier Jahre nach dem Start des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord (KKRN) sind die vier Häuser zu einem verschmolzen
Es gibt viele Beispiele für das klägliche Scheitern von Fusionen, die mit großen Hoffnungen starteten. Deshalb ist die vier Jahre alte Geschichte des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet-Nord (KKRN) eine Erfolgsstory. Durch den Vollzug der krankenhausrechtlichen Fusion traten die vier Häuser in Dorsten (St. Elisabeth), St. Marien (Marl), St. Gertrudis (Esterholt) und St. Sixtus (Haltern) nun vor den "Traualtar".
» Die Mitarbeiter begleiten die Fusion positiv «
"Wir verschmelzen damit zu einem Haus mit 1000 Betten", erklären die beiden Geschäftsführer Andreas Hauke und Norbert Fockenberg. Wichtig dabei: Die Namen der vier Häuser bleiben als "Marken" auch unter dem gemeinsamen Dach der KKRN erhalten.
Der Zusammenschluss, vereinbart vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Krankenhaus-Landschaft, in denen die kleineren Häuser sich um ihre Existenz sorgen mussten, erweist sich im Rückblick als Schritt in die richtige Richtung. "Allein hätten wir keine Zukunft gehabt", sagen die Geschäftsführer. Der Verbund aus vier Häusern (2200 Mitarbeiter, davon 195 Ärzte, Budget 2011: 104 Mio €) kann sich nun auch in der Konkurrenz um Spezialisten behaupten: "Ohne ihn hätten wir viele nicht bekommen", sind die Geschäftsführer sicher.
Nach vier Jahren steht für sie fest: Auch die wirtschaftliche Bilanz stimmt. "Wir sind sehr gesund." Damit sehen sie die Grundlage geschaffen für eine Zukunft als Quartett. Die in dieser Woche verkündete Entscheidung, 7,6 Millionen in das sanierungsbedürftige St. Sixtus-Haus in Haltern zu investieren, ist auch ein Bekenntnis zu den beiden kleinen Partnern im Verbund. "Alle vier sollen Häuser der Regelversorgung bleiben. Allerdings mit Spezialitäten." Dabei werde man einerseits das Profil der Standorte Schärfren, aber die "Strukturen einebnen".
Oberstes Gebot bleibe dabei aber "den Patienten die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten." Das heißt: Weiterhin werden wie bisher die Spezialisten der einzelnen Disziplinen in mehreren Häusern des Verbundes operieren. "Wir können Patientenströme nicht unbegrenzt beeinflussen", glaubt Andreas Hauke.
Allerdings: Alles in allen Häusern, das gibt es nicht. Beispiel Kardiologie: Die Katheter-Untersuchungen gab Dorsten an Marl ab, dort können sie nun wirtschaftlich und von einem ständig präsenten Team erbracht werden. Dafür bleibt die Herzuntersuchung per MRT Dorstener Domäne.
Gelingen könne das alles nur, "weil nicht nur die Ärzte, sondern auch die Mitarbeiter die Fusion positiv begleiten", betonen die Geschäftsführer. "Es ist schön, das es keine Grenzen, keine Vorbehalte zwischen den Häusern gibt." "Menschlich stimmt es", sagen die Geschäftsführer. Auch das ist bekanntlich eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Fusionen.
Aus vier mach eins
Die Entwicklung des KKRN ist abgeschlossen
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was bessres findet: Diese Weisheit war auch eine der Maßgaben, als 2009 der Verbund der vier Krankenhäuser Dorsten, Westerholt, Haltern und Marl (St. Marien) zum Katholischen Klinikum Ruhrgebiet-Nord (KKRN) beschlossen wurde. "Wir haben uns nur verlobt", erinnert Geschäftsführer Norbert Fockenberg.
Diese Lösung hielt den Partnern die Hintertür offen für eine Auflösung der Liaison. Gegründet wurde das KKRN so zunächst nur als Holding, die zwei Gesellschaften führten - die des Dorstener Krankenhauses und eine zweite für die anderen drei Häuser. "Krankenhausrechtlich hatte jeder seine eigene Kasse, seine eigenen Betriebsergebnisse", erklärt der Andreas Hauke, der andere Geschäftsführer.
Der Nachteil: Auch im Krankenhausplan des Landes wurde das KKRN nicht als Einheit geführt. Deshalb mussten mit den Kostenträgern und den Krankenkassen weiterhin vier separate Budgetverhandlungen geführt werden.
Zum 1. Januar dieses Jahres wurde mit der krankenhausrechtlichen Funktion die "Hochzeit" der vier Hospitäler vollzogen. Auf der Ebene des Gesellschaftsrechts verschmolzen sich die beiden Betriebsgesellschaften in der KKRN GmbH (s. Grafik) die fortan von den Gesellschaften der vormals eigenständigen Einheiten geführt wird.
"Diese unternehmerische Entscheidung musste jetzt getroffen werden", sagen die Geschäftsführer. Einfluss auf das Dorstener Haus behält aber auch weiterhin die Stiftung St. Elisabeth, Das Kuratorium unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Albert Böhmer, verwaltet etwa Immobilienbesitz, die Erlöse aus dem Stiftungsvermögen kommen auch dem Krankenhaus zu Gute.


