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Infotag 15 Jahre Suchtberatung der Caritas im St. Elisabeth-Krankenhaus

Startdatum:
07.12.2017
Startzeit:
12:00 Uhr
Endzeit:
16:00 Uhr
Ort:
St. Elisabeth-Krankenhaus - Foyer des Krankenhauses
Beschreibung:

Das eigene Limit kennen

15 Jahre Suchtberatung der Caritas im St. Elisabeth-Krankenhaus: Infotag klärt über Gefahren des Alkoholkonsums auf

Wissen Sie, ob Sie nach zwei kleinen Bier noch fahrtüchtig sind? Oder nach einem Glas Wein? In welcher Zeit baut die Leber eigentlich Alkohol ab? Und wie ist es um die Reaktionsfähigkeit bestellt, wenn man ein paar Promille intus hat? Wer Antworten auf diese Fragen haben möchte, der sollte am Donnerstag, 7. Dezember, ins St. Elisabeth Krankenhaus kommen. Denn in der Zeit von 12 bis 16 Uhr veranstalten Klinik und Suchtberatung der Caritas einen Informationstag rund um das Thema Alkoholmissbrauch. Hintergrund für die Veranstaltung ist die langjährige, enge Kooperation zwischen Krankenhaus und Suchtberatung. Denn seit genau 15 Jahren bietet die Caritas Menschen, die wegen einer Entgiftung im Dorstener Krankenhaus behandelt werden, vor Ort eine begleitende Beratung an.

 "Als wir damals die Idee an das Krankenhaus herangetragen haben, eine Suchtberatung direkt in der Klinik anzubieten, sind wir auf offene Ohren gestoßen", erinnert sich Christa Trzaska, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin. Die Mitarbeiterin der Caritas kommt jeden Mittwoch für drei Stunden ins St. Elisabeth-Krankenhaus, um mit Patienten und ihren Angehörigen ins Gespräch zu kommen. "Wir möchten die Menschen mit unseren Angeboten möglichst früh erreichen, denn erfahrungsgemäß ist die Bereitschaft zur Veränderung während der Zeit der Entgiftung hoch. Vor allem geht es in der Beratung darum, gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, so dass die Menschen, wenn sie das Krankenhaus wieder verlassen, wissen, wie es für sie weitergehen kann", sagt Christa Trzaska. Parallel dazu findet einmal wöchentlich eine offene Gesprächsrunde im Krankenhaus statt. Sie wird ehrenamtlich von Männern und Frauen geleitet, die aus ihrer Abhängigkeit herausgefunden haben und inzwischen abstinent leben. Hier engagieren sich besonders die Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Selbsthilfegruppen. Für viele Alkoholkranke ist es hilfreich, mit Menschen zu sprechen, die aus eigener Erfahrung wissen, was der Missbrauch von Bier, Wein oder Schnaps bedeutet.

"Die Zusammenarbeit hat sich sehr bewährt", stellt Dr. med. Sigrid Nierhoff fest. Die Oberärztin und Internistin im Dorstener Krankenhaus hat die Zusatzausbildung "Suchtmedizinische Grundversorgung" absolviert und ist bei Fragen oder auftretenden Problemen kompetente Ansprechpartnerin für ihre ärztlichen Kollegen und das Pflegepersonal. "Es gibt zwar auch viele Fachkliniken, in denen Alkoholabhängige einen Entzug durchführen können", sagt sie. "Doch häufig bekommt man dort nicht so schnell einen Platz. Besonders lang sind oft die Wartezeiten auf einen Langzeittherapieplatz. Hinzu kommt: Viele Patienten möchten zumindest die rein körperliche Entgiftung lieber in Wohnortnähe durchführen und so einen Neustart in ein alkoholfreies Leben beginnen." Sechs bis sieben Tage dauert die medikamentöse Entgiftung in der Klinik. Die oberste Selbstverpflichtung für die Patienten lautet in dieser Zeit: Kein Alkoholkonsum im Krankenhaus. Während der Zeit der der medikamentösen Therapie erhalten die Patienten viel Unterstützung durch die Freiwilligen des Helferkreises und die Suchtberatung der Caritas.

"Uns geht es beim Infotag vor allem darum, die Menschen für das Thema Alkohol zu sensibilisieren und das Bewusstsein für die Risiken des Konsums zu schärfen. Immerhin gelten in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen als alkoholkrank und 1,7 Millionen als gefährdet", machen die Veranstalter deutlich. Für die Veranstaltung haben sie daher ein breites Programm zusammengestellt: Besucher erfahren nicht nur viel Wissenswertes rund um das Thema Sucht - auch im Alter -, sondern können unter anderem eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen, mit der man den Verfettungsgrad der Leber feststellen kann. Der Promille-Rechner wiederum gibt darüber Auskunft, wie viel Restalkohol noch im Blut ist. Und wer mit der Rauschbrille einen Parcours ohne Anstoßen absolvieren will, wird sehr schnell an seine Grenzen stoßen. Auch die Physiotherapie und der Verein KKRN-aktiv nehmen teil und stellen ihre Bewegungsprogramme vor. Und selbstverständlich ist für das leibliche Wohl an diesem Tag gesorgt: mit Waffeln und vor allem mit alkoholfreien Cocktails.